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Neu-Kamerun : Reiseerlebnisse und wirtschaftspolitische Untersuchungen / von Emil Zimmermann
Entstehung
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X. Auf der Sangha-Straße.

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Wir waren 2 '% Tage in Nola, besorgten unsere Post und bereiteten alles zur Abreise nach Weffo vor. Herr Direktor Robinot von der Sangha Porestiere stellte uns für die Herunter­fahrt liebenswürdig einen eisernen Leichter zur Verfügung; Ruderer sollte die Administration geben. Da der Adminiflrateur behauptete, er hätte nur 5 Mann (10 brauchten wir), kamen wir etwas in Bedrängnis; nur mit Mühe waren die 10 Leute zufammenzubekommen. Aber auch das wurde schließlich über­wunden, und an einem der ersten Julitage mittags verließen wir Nola und schwammen der Zivilisation entgegen.

X. Auf der Sangha=Straße.

Wir schieden am 6. Juli von Nola und dem eifrig um uns bemühten Mr. Robinot und feiner liebenswürdigen Gattin.

Die Abfahrt war auf den frühen Morgen angesetzt, wir kamen aber erst mittags fort, weil Ruderleute schwer zu be­kommen waren. Die zehn Mann, die wir brauchten, glaubte der Adminiflrateur in Nola, der steh im übrigen korrekt be­nahm, nicht stellen zu können, sondern nur fünf Leute; so mußten die fehlenden mühsam von fernher zusammengeholt werden. Mittags waren die nötigen Leute aber bereit, und bald darauf stießen wir ab, ich sehr begierig darauf, den Sangha und denHerd der Schlafkrankheit kennen zu lernen. Von Sumpf war zunächst nichts zu sehen; der Fluß ist von ziemlich hohen Uferbergen begleitet. Manche der Randberge liegen 200 m über dem Flußwafferfpiegel. So blieb die Gegend bis nach Bayanga, dem französischen Posten, den wir am zweiten Tage unserer Fahrt mittags erreichten.

Diese Tatsache, daß hohe Uferberge den Sangha-Fluß be­gleiten, bildet eine köstliche Illustration zu der Erzählung der Franzofen, östlich der Linie NolaBayanga nach Bera-Njoko zu gäbe es nur Sumpf. Das ist deshalb unmöglich, weil von Osten her steh eine ganze Anzahl Flüsse in den Sangha er­gießen. Wir müssen also ein Gebiet da erworben haben, das bis zu 250 m über dem Wasserspiegel des Sangha ansteigt, von Urwald bedeckt ist und von vielen Flüssen durchzogen wird. Die Babingas, der afrikanischen Zwergbevölkerung an-