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Neu-Kamerun : Reiseerlebnisse und wirtschaftspolitische Untersuchungen / von Emil Zimmermann
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Erster Teil. Vorn Dume zum Lobay und Kongo.

Starker Trägerverkehr von Meffo am Kadei oder von Kenfu nach Carnot, Bania und Nola wird nötig fein. Und vielleicht stellt sich bald die Wetterführung der Kameruner Mittelland= bahn nach Bania oder Nola als notwendig heraus; dann werden die Gebiete um den Mambere mit ihrer intelligenten und fleißigen Bevölkerung schnell aufblühen.

VI. Vorn Mambere zum Lobay und Mbaere.

Eine kurze aber heftige Erkrankung hatte mir in Carnot arg zugesetzt, trotzdem mochte ich nicht lange rasten, sondern drängte weiter. Die nötigen Träger wurden mir durch die Station besorgt, leider nur bis Makandjia verpflichtet; am 15. Juni brachen wir auf.

Von vornherein will ich gleich bemerken, daß ich im ganzen Bezirk Carnot fast ausnahmslos gute Wege fand. Das ist wohl das Verdienst des Adminiftrateurs Pinelli, der Carnot 6 Jahre gehabt hat. So wenig angenehm der Herr sich uns gegenüber auch zeigte, so muß doch anerkannt werden, daß er feinen Bezirk ausgezeichnet verwaltet hat.

Mit Dank für freundliche Aufnahme und Hilfe waren wir von den Herren in Carnot geschieden; schon die ersten Marsch- stunden zeigten, daß wir nunmehr in bewohntere Gegend ge­kommen waren. Eine knappe Stunde Marsch durch leicht gewellte Gegend, über einige Flüßchen mit schönem, klarem Wasser führte nach dem kleinen Dorfe Iffa mit etwa 50 Hütten und 120 bis 150 Bewohnern; nach weiteren dreiviertel Stunden waren wir in Mpe, einem Dorfe mit etwa 100 bis 120 Ein­wohnern. Von da nach MBaga, dem Sitze eines Chefs (Sultans), hatten wir eine Stunde. MBaga ist etwas größer als Iffa. Das waren immerhin drei Dörfer auf etwa 2 1 / 2 Marfchftunden. In MBaga war ich noch recht elend angekommen und konnte mich nicht viel um die Karawane bekümmern; daher gab es in den nächsten Tagen Schwierigkeiten mit den Trägern, bis ich ganz energisch dazwifdienfuhr. Meine Leute waren alle aus der Umgegend von Carnot und gehörten jenen Baias an, die sich über den Mambere nach Osten gezogen und nördlich der Wohnsitze der Yangheres niedergelassen haben. Sie haben