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Erster Teil. Vorn Dume zum Lobay und Kongo.
dann am nächsten Morgen meine bisherigen Träger entlassen. Als ein jeder 10 Fr. erhielt, waren sie doch recht zufrieden.
Wir rasteten einen Tag in Toro; wir hatten es wohl verdient.
Toro ist, wie gesagt, ein Straßendorf; die niedrigen, viereckigen Hütten, eine dicht an die andere gebaut, bilden lange Häuserzeilen. Die Bewohner von Toro sind noch Yangheres, aber schon mit Bukongos gemischt; sie haben die Bauart der Bukongos angenommen, die weiter nach Süden und Südwesten wohnen. Die Einwohnerzahl von Toro ist mit 1200 eher zu niedrig als zu hoch angenommen. Ich fand zwei Hausfas im Orte.
VIII. Durch das Land der Bukongos.
Das war eine Wohltat für mein deutsches Herz, diese Reife durchs blühende Land der Bukongos; der Erwerb des Landstriches zwischen Toro, Barda, Nola und Camba Oro= Faktorei ist eine in jeder Hinsicht wertvolle Bereicherung unseres Kamerun. Nach dem kümmerlichen Anbau im Lande der Baias und Yangheres marschierten wir wieder durch kilometerweite Pflanzungen; wir fanden — was wir bis dahin nur feiten in Neu-Kamerun gesehen hatten — Dörfer mit vielen hundert und zuweilen mehreren taufend Menschen alle paar Stunden, und wenn diese Leute auch nur recht ungern meine Lasten weiterbeforderten, muß ich sie doch als fleißige, tatkräftige Menschen bezeichnen.
Der Tag Aufenthalt in Toro tat uns recht wohl. Es kamen zwar viele Menschen, die allerlei Handel treiben wollten, und der alte Toro hielt sich mit feinem Hofstaat mehr vor unserm Zelt als in feiner Behausung auf; aber die Leute waren im allgemeinen nicht zudringlich. Toro brachte auch pünktlich die von uns gewünschten Träger, die allerdings nur bis Bukongo (Barondo), dem Hauptdorf der Bukongos, mitgehen sollten, und am 30. Juni früh konnten wir abmarschieren. Es ging zunächst durch nebelverfchleierten, schönen Urwald, dann passierten wir einen kleinen Fluß und kamen, aus feinem