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Geschichte der Kolonisation Afrikas durch fremde Rassen / von Sir Harry H. Johnston. Aus dem Engl. übers. von Max von Halfern
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Sechzehntes Kapitel. Schlußbetrachtungen.

ir haben nun das Ergebnis dieser Rassenbewegungen, durch

|Y welche Völker, die den Negern, Negroiden und Hamiten in geistiger oder physischer Entwicklung überlegen waren, nach Afrika als einem Felde für Ansiedlung, Anbau und Handel geführt wurden, durch dreitausend Jahre verfolgt. Der große Ansturm fand indessen erst innerhalb der letzten 20 Jahre statt. In der Karte von Afrika sind gegenwärtig nur noch wenige unkolorierte Stellen übrig­geblieben, welche unabhängigen Besitz eines Staates der Eingeborenen bezeichnen. Immerhin gibt es noch einige Landstriche, welche im allgemeinen als unabhängig betrachtet werden, oder bei welchen die Oberhoheit nicht allerseits anerkannt ist, und bei der endgültigen Regelung des Geschickes dieser Länder wird sich nochmals die euro­päische Tatkraft entfalten können. Da ist Marokko im äußersten Nordwesten des Erdteils; es betreibt die Hauptmasse seines Handels mit England und sein bedeutendster Seehafen befand sich schon ein­mal in englischen Händen, aber es hat im Osten das leicht reizbare Frankreich zur Nachbarschaft und in Spanien einen alten unversöhn­lichen Feind. Da ist Ägypten, das von England besetzt ist und unter englischer Aufsicht steht; es ist gegenwärtig bestrebt, mit Hülfe bri­tischer und ägyptischer Soldaten die verlorene Herrschaft im Sudan wieder zu gewinnen. Da ist Abessinien, das aus mancherlei mit seiner Geschichte und seiner Religion zusammenhängenden Gründen, sowie wegen der unerschrockenen Behauptung seiner Unabhängigkeit mehr als irgend ein anderer afrikanischer Staat diese Unabhängigkeit verdient, vorausgesetzt, daß es sich aller Angriffe enthält und inner­halb seiner natürlichen geographischen Grenzen bleibt. Da sind der wilde mohammedanische Staat Wadai' im Osten des Tsadsees und