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Geschichte der Kolonisation Afrikas durch fremde Rassen / von Sir Harry H. Johnston. Aus dem Engl. übers. von Max von Halfern
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Vierzehntes Kapitel. Das deutsche Afrika.

Die deutsche Ansiedlung in Afrika ist, wenn auch hauptsächlich, so doch nicht ganz und gar, ein Ergebnis der 1884 einsetzenden Jagd nach Afrika, denn es bestanden schon vor 200 Jahren deutsche Niederlassungen an der afrikanischen Küste und schon in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts erwog Preußen die Grün­dung von Kolonien in Afrika. Schiffe der Mark Brandenburg, oder wenigstens brandenburgischen Besitzern gehörige, schlichen sich zu der Zeit, als Karl II. König von England war, aus der Ostsee heraus und beteiligten sich an dem westafrikanischen Gold- und Sklaven­handel. Diese Schiffe wurden zwar von den Franzosen, Portugiesen und Holländern sehr geplagt, aber es gelang den Brandenburgern und der preußischen Kompagnie zu Emden dennoch, am Schlüsse des 17. Jahrhunderts an der Goldküste Fuß zu fassen, wo sie eine Zeit­lang Großfriedrichsburg und Takrana hielten. Der große Kurfürst kaufte von den Holländern die kleine Insel Arguin nahe Gap Blanco an der Senegalküste und behielt sie einige Jahre lang. 1681 wurde eine Brandenburg-Afrikanische Kompagnie gegründet, aber schon 1720 wurden infolge der im eigenen Lande herrschenden Streitigkeiten alle afrikanischen Unternehmungen von Seiten der Deutschen wieder auf­gegeben.

Während der 40er Jahre des 19. Jahrhunderts wurde zwar ge­legentlich die Frage der Gründung von Kolonien in Deutschland auf­geworfen, aber es handelte sich dabei um die unbesetzten Gebiete in Amerika, an Afrika dachte man nicht. Während der Zeit von 1860 bis 1865 erforschte der Hannoveraner von der Decken den Kili- ma-njaro sowie die afrikanische Ostküste und es wurde ihm hierbei klar, daß Sansibar und die Sansibarküste (des Festlandes) ein geeig-