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Geschichte der Kolonisation Afrikas durch fremde Rassen / von Sir Harry H. Johnston. Aus dem Engl. übers. von Max von Halfern
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Zehntes Kapitel. Berühmte Afrikaforscher.

"tt olonisation und Erforschungen in Afrika waren in früheren Zeiten _[\_ so eng miteinander verbunden, daß es in einigen der voran­gehenden Kapitel den Anschein gehabt haben mag, als ob ich mich mehr mit geographischen Entdeckungen als mit der Besiedlung des Landes beschäftigte. In neuerer Zeit sind jedoch umfangreiche Forschungen unternommen worden, welche mit der Kolonisation unmittelbar nichts zu tun hatten, und aus diesem Grunde-halte ich es für erforderlich, die großen Forscher, deren Arbeit die Grundlage für die Ausbreitung der europäischen Herrschaft über fast ganz Afrika geworden ist, in einem besonderen Kapitel aufzuzählen. (Auch das Werk der Missionen hat nicht zur Bildung europäischer Staaten in Afrika geführt und ebensowenig haben die Maßregeln gegen den Sklavenhandel in allen Fällen Veranlassung zu Besitzergreifungen gegeben.)

Die ersten in der Geschichte vorkommenden Forscher, die leider nicht mit Namen genannt werden, sind diejenigen Phönizier, welche um 600 v. Chr. von dem ägyptischen Pharao Necho ausgesandt wurden, um Afrika zu umschiffen. Wir verdanken die Kunde von ihnen dem Herodot, der sie aus ägyptischen Quellen entnahm; sein Bericht über diese Reise klingt zutreffend und wahrscheinlich.

Von dem Perserkönige Kambyses, welcher 525 v. Chr. in Ägypten eindrang, erzählt man, daß er bei dem Versuche, den Lauf des Nil zu erforschen, sein Leben verlor; er und sein Heer verschwanden in den Wüsten von Ober-Nubien. Um ungefähr 520 v. Chr. drang der Karthager Hanno, wie ich im I. Kapitel bereits erwähnt habe, mit einer Expedition an der Westküste bis in die Gegend des heutigen Liberien südwärts vor.