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Viertes Kapitel. Die Holländer in Afrika.
Obgleich, wie man im 6. Kapitel sehen wird, unter den Abenteurern verschiedener Nationalität britische Forscher die ersten waren, welche den Portugiesen in der Erkundung Afrikas nachfolgten, so nehmen doch als Ansiedler und Kolonisatoren die Holländer 1 chronologisch die erste Stelle nach den Portugiesen und Spaniern ein. Im Jahre 1595, sechzehn Jahre nach ihrer Befreiung von spanischer Herrschaft, unternahmen die Holländer ihre erste Handelsreise nach der Guineaküste. In den Kriegshändeln mit Spanien, welchem damals auch Portugal angehörte, vertrieben sie das letztere aus verschiedenen Orten an der Westküste Afrikas, so aus Arguin, Goree (1621), Elmina (1637) und Säo Paulo de Loanda. An der Ostküste bedrohten sie Mocambique und setzten sich in Besitz der Insel Mauritius, die von portugiesischen Schiffen als Anlaufshafen benutzt wurde.
An der westafrikanischen Küste verdrängten die Holländer nicht nur die Portugiesen, sondern schufen sich auch dadurch eine starke Stellung, daß sie 16 eigene neue Forts an der Goldküste erbauten 2 ,
1 Anmerkung des Übersetzers. Ich gebrauche die Benennungen Holländer und Holland, weil diese in Deutschland allgemein üblich sind, obgleich es richtiger sein würde, Niederländer und Niederlande zu sagen.
2 Ihre Hauptstadt war Elmina. Als sie in voller Macht standen, hielten sie folgende Niederlassungen: Fort Nassau, Kormantin, Secondee, Takorari, Accra, Cape Coast Castle, Vredenborg, Chama, Batenstein, Dikje- shopt (Insuma), Fort Elise-Karthago (Ankobra), Apollonia, Dixcove, Axim, Prinzenfort, Fort Wibsen und Pokqueson. Vor Abschaffung des Sklavenhandels war Holländisch-Guinea sehr blühend. Es wurde von einer subventionierten Handelsgesellschaft, der Holländisch-Westindischen Kompagnie, unter Aufsicht der Generalstaaten verwaltet. Die lokale Regierung bestand aus einem Generalgouverneur zu Elmina, einem Oberfaktor (Händler), einem