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Geschichte der Kolonisation Afrikas durch fremde Rassen / von Sir Harry H. Johnston. Aus dem Engl. übers. von Max von Halfern
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Zweites Kapitel. Die Portugiesen in Afrika.

Das Stammland Portugals war Galizien, die nordwestlichste Provinz des heutigen Königreichs Spanien. Jedenfalls entwickelte sich hier aus einem provinzial-lateinischen Dialekte die portugiesische Sprache und gingen von hier die ersten Unternehmungen aus, um die Mauren aus dem Gebiete, welches später das Königreich Portugal wurde, zu vertreiben. Ein starkes Element der Bevölkerung Galiziens und der nördlichen Gegenden Portugals war gotisch. Die Sueven ließen sich hier in beträchtlicher Anzahl nieder und bei ihren Nachkommen sieht man noch bis auf den heutigen Tag die schönen hohen Gestalten, das blonde oder rote Haar und die blauen Augen, welche für die nordischen Teutonen so charakteristisch sind. Die Bevölkerung des mittleren Portugal besteht größtenteils aus latinisierten Iberiern, während diejenige des südlichen bis auf den heutigen Tag noch sehr viel maurisches Blut hat. Der nördliche Teil Portugals wurde den Mauren durch einen französischen Abenteurer, Heinrich von Burgund, welcher im Dienste des Königs von Leon stand, zuerst entrissen, und der Sohn dieses Mannes wurde der erste König von Portugal. Nach und nach wurden die Mauren nach Süden zurückgedrängt, bis schließ­lich auch die südlichste Provinz Algarve 1 erobert war, und am Schlüsse des 12. Jahrhunderts die Mauren aufgehört hatten im römischen Lusitanien zu herrschen.

Aber die Portugiesen waren ebenso wie die Spanier nicht zu­frieden damit, die Halbinsel von den maurischen Eindringlingen ge­säubert zu haben, sondern versuchten den Krieg ins Land des Feindes zu tragen, wozu sie durch die aufreizenden Angriffe der maurischen

1 Von dem arabischen Al-gharb, der Westen, der Sonnenuntergang. Der Titel des Königs von Portugal ist:König von Portugal und der Al­garven diesseits und jenseits der See in Afrika" u. s. w.