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Reisebilder aus Ostafrika und Madagaskar / von Conrad Keller
Entstehung
Seite
235
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XIV.

Ergebnisse über Hmnusbildung und natürliche Lodenkultur in den Tropen.

Wenn wir die Vegetation unserer Erde überblicken, so bleibt unser geistiges Auge nicht an der äußeren Erscheinung haften, sondern sucht nach einem causalen Verständniß derselben; der menschliche Geist sucht die einzelnen Vorgänge im pflanzlichen Haushalt zu erfassen und dem Verständniß nahe zu bringen.

Dieser Haushalt der Pflanzenwelt stellt sich nun in Wirklichkeit viel verwickelter dar, als man gewöhnlich annimmt.

Zum Unterhalt der Vegetation muß eine fortwährende Zufuhr vou Spannkräfteu von außen her erfolgen, und diese Spannkräfte werden im Organismus in lebendige Kräfte übergeführt.

Eine Reihe von Materialien müssen in genügender Menge vorhanden sein, um die Existenz der Vegetation zu unterhalten.

Die Pflanzenphysiologie lehrt uns nun an der Hand der Be­obachtung und des Experimentes, daß im Grunde eine Anzahl weniger anorganischer Bestandtheile den Ausbau der Pflanze ermöglichen, und daß diese anorganischen Materialien ans dem Wege einer Synthese in die organischen Bestandtheile der Pflanze umgesetzt werden.

Man hat es hier, wenn Man etwa von den sich etwas abweichend verhaltenden Pilzen absieht, offenbar mit allgemein verbindlichen Gesetzen zu thuu.

Die Vorgänge sind in den nordischen Gebieten und in den Tropen überall dieselben, der Haushalt der Pflanze folgt demnach nicht einer beliebigen Laune.

Man weiß, daß zum Unterhalt der Vegetation zunächst das Wasser erforderlich ist, welches theils oberirdisch, theils unterirdisch durch das Wurzelwerk in den Körper der Pflanze einzieht, sodann Kohlensäure,