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Reisebilder aus Ostafrika und Madagaskar / von Conrad Keller
Entstehung
Seite
186
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XI.

Fahrt nach Diego Suary.

Bald nach der Rückkehr aus dem Innern von Madagaskar zeigte sich eine Gelegenheit, nach dem Norden der Insel zu reisen, indem der DampferErymanthe" nach Zanzibar zu fahren beabsichtigte und auf seiner Route verschiedene Punkte der Küste berührte.

Der Nordeu von Madagaskar ist noch sehr wenig bekannt, und da ich namentlich auch das marine Leben genauer zu verfolgeu trachtete, so schieu nur die große Bai von Diego Suarez eine Lokalität zu sein, welche allen meinen Wünschen entsprechen konnte.

Sie ist gegen das offene Meer sehr geschützt, ist sehr ausgedehnt und versprach deu Vortheil, daß ich dort eine europäische Gesellschaft antreffen konnte, indem die Franzofen dieses Gebiet als Eigenthum er­worben haben.

Ich erinnerte mich ferner der Angaben, daß hier nicht allein die schönste Bucht der Welt existire, sondern nach Leguevel de Lacombe ist die Gegeud gesund, mit Süßwasser reichlich versehen, die schönsten Wälder des Landes sollen in der Nähe vorkommen, also mußte dieses Gebiet in saunistischer Hinsicht sehr ergiebig sein.

Zwar lauteten die mündlichen Berichte, welche ich einzog, etwas widersprechend, und ich konnte aus denselben nicht recht klug werden.

Ich ließ meine Kisten nach Diego Suarez aufgeben, aber ich empfand vor und während der Reife ein gewisses Gefühl der Unruhe und des Mißbehagens, ich hatte fortwährend eine unbestimmte Ahnung, als müßte -diese Fahrt nach Diego schief verlaufen.

Der Dampfer fuhr am 25. Juli vou Tamatave ab und erreichte in 7 Stunden die kleine Insel St. Marie.

Die Gesellschaft an Bord war eine zahlreiche und bestaud meist aus Kreolen und Mulatten, welche nach der neuerworbeueu Militärstatiou