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Abreise ins Innere von Madagaskar.
Nach einer vorläufigen Umschau au der Küste wollte ich mit srischeu Kräften nach dem Innern aufbrechen. Ein richtiges Bild de^ Landes, des Volkes uud seiner Suten laßt sich an der Küste noch nicht gewinnen. Gerade in Tmnatave ist das Volksleben durch die Berührung mit europäischen Elementen vielfach verzerrt worden und strömt da eine Gesellschaft zusammen, welche weder eine sehr günstige noch eine sein' richtige Vorstellnng vou dem Wesen der Eingeborenen zu gebeu vermag.
?ann selnue ich mich danach, den Urwald, welcher erst in den Bergen beginnt, in seiner ganzen Größe kennen zu lernen, versprach er doch in uaturwisseuschaftlicher Hiusicht eiue N^enge nener Eindrücke.
Eo '.var zwar etwas gewagt, gleich nach Beendigung des Kriegen allein nach entlegenen Gegenden auszuziehen: war der Friede auch abgeschlossen, so kouute es möglicherweise doch uur ein fauler Friede sein, und in der That kamen denn mich bald kleine Reibereien zwischen Europäern und Eingeborenen vor, welche später ernstere Verwickelungen nach sich zogen. Aber ich wußte, daß von der Hauptstadt aus uach allen Richtungen des Landes Befehl ertheilt wurde, deu Weißen gut zu be- handeln, uud ich verließ mich auf die streuge Subordination der Howa- bemnten.
Immerhin hatte ich keine Ahnung vou deu Schwierigkeiten, welche eine Lmdreise in Madagaskar mit sich bnugt, und zog daher kalten Blutes aus.
Ich glaubte au ^ie Einsicht und die Erfahrung des früher genannten Ranandresa appelliren zu dürfen, weil ich durch ieiueu Regierungsbezirk gehen mußte und er bei seiner nicht gewöhnlichen Energie eine große Autorität besitzt.