V.
Wieder auf afrikanischem Loden.
Ein belgischer Baron und zwar keiner von denen, welche stets nur auf dem glatten Boden der glänzenden Salons herumzurutschen gewohnt sind, kam eines Tages aus dem Innern des Sudan an der Küste an und athmete vor meiner Wohnung wieder freier auf.
Seine Kleider wareu zerfetzt, sein Körper zerschunden, sein zähes, abessinisches Pferd vermochte sich kaum mehr auf den Beinen zu halten.
Ich verwünsche diesen afrikanischen Boden, seufzte der von den Strapazen hart mitgenommene Baron; aber schon dreimal habe ich diese Verwünschung ausgesprochen und doch zieht es mich wieder nach Afrika, sobald ich wieder in Europa bin!
Der Mann sprach gewiß die Wahrheit, und ich machte später dieselbe Erfahrung.
Ich weiß nicht, woran es liegt, daß dieser afrikanische Boden auf uns Europäer eine so eigenthümliche, fascinirende Wirkung auszuübeu vermag.
Ging es ja schon den Alten so. Wer im alten Hellas auf höhere Bilduug Anspruch erhob, unternahm, wenn immer möglich, eine Fahrt nach Afrika, dem Wunderlande.
Insbesondere galt das Land der Pharaoneu als das Laud der Sehnsucht, dM bildete der Helleue seinen Geschmack an den Werken der Kunst, in dem Kulturlande am Nil zogen ihn die merkwürdigen staatlichen und religiösen Institutionen an. Beim Scheiden Pflegte er die Frucht der königlichen Sykomore zu genießen, weil einen: allgemein verbreiteten Aberglauben zufolge dieser Genuß die einstige Wiederkehr nach Afrika sicherte.
Ich will mich bei Leibe nicht zum Auwalt des Aberglaubens machen, aber dennoch hat mich diese Sitte angesprochen. Unsere moderne Zeit