IX.
Uebersahrt nach Madagaskar. - Geben in Tamatave.
Von dein unvergleichlichen Re'nnion mußte endlich Abschied genommen weiden, und schickte ich mich zur Ueberfahrt nach Madagaskar an, wo mir, wie jedem anderen Reisenden, Eutbehruugeu, harte Strapazen und Gefahren bevorstaudeu.
Es war auch an der Zeit, daß ich mich aus der bisherigen Umgebung losmachte, deuu mau versteht iu deu Kolonien die Knnst, dem Fremden sein Gold abzunehmen, in ganz vortrefflicher Weise.
Europäer wie Jndier entwickeln darin eine Virtnosität, welche wahrhaft rührend ist, und die Dienerschaft steht hierin nicht in letzter Linie.
Deu ersten Feldzug gegeu meine Börse versuchte Grossami, ein zum Christeuthum übergetretener Jndier, der mich immer ansmertsam bediente. Er bat mich, ihm drei Franken zu scheukeu, damit er ins Theater gehen könue. Da er sich nur gegenüber immer gesällig gezeigt hatte, erfüllte ich seine Bitte. Er steckte das Geld ruhig iu die Tasche, vom Theaterbesuch war jetzt keine Rede mehr. Dieser Erfolg verbreitete sich rasch in der Umgebung, und schon am folgenden Tage besuchte mich Sadi, ein gutmüthiger Gaffer, der noch nie ein Theater gesehen hatte und einen Franken für den letzten Platz erbettelte. Er schnitt ein so freundliches Gesicht, daß ich ihm deu Wuusch gewähren mußte.
Tauu folgte Heuri, eiu abgebrauuter französischer Kellner, der uuter irgeud eiuem Bvrwaud mich in meinem Zimmer aufsnchte, ans die vielfachen Beziehungen zwischen der Schweiz und Frankreich anspielte, nnd endlich eine kleine Summe erbettelte, um seine zerrisseueu Stiefel wieder iu eiue etwas bessere Verfassung bringen zu können.
Die Nähterin, eine , alte, aber recht ehrlich aussehende Kreolin klagte über geringen Verdienst und ihre Noth mit drei erwachseneil