I.
AnKunst in UnteriiMten und auf der Landenge von Suez.
Nur allzuleicht regt sich beim Naturforscher, der aus Neiguug uud Beruf sich die Erforschung des organischen Lebens in seinen verschiedensten Erscheinungsformen zur Aufgabe macht, eine lebhafte Sehnsucht nach der Welt der Tropen. Und diese Sehnsucht ist ja verzeihlich uud ganz naturgemäß, findet er doch unter dem heiterm und lachenden Himmel des Südens ein ergiebiges Feld, welches seine Forscherthätigkeit mit reicher Ernte belohnt und ihm eine Fälle der großartigsten Eindrücke darbietet.
Für ihu hat die Reiselitteratur eine gefährliche Seite, denn nur allzuleicht entzündet sich seine Phantasie an der Schilderung tropischer Naturseeueu: er wünscht die lebenswarmen Bilder jenseits der Meere mit eigenen Augen zu schaueu. Er kanu nur schwer widerstehen, wenn ihn einmal das Reisefieber erfaßt hat.
Aber oft steht er einer ranheu Wirklichkeit gegenüber, welche ihn gefesselt hält, und umsonst versucht er seinen Fuß in jene Hesperiden- gärten zu setzen, um Anderen gleich von den Früchten einer verschwenderischen Tropenwelt zu pflückeu — seiu Ideal bleibt oft nichts weiter als ein Ideal, um früher oder später zu zerriuueu.
Unter solchen pessimistischen Gedanken hatte ich einen längst gehegten Wunsch, eine Reise in die Tropen zu uuteruehmeu, bereits als unerfüllbar aufgegeben. Gerade der schweizerische Naturforscher befindet sich in einer besonders ungünstigen Lage.
Unser kleines Land besitzt keine überseeischen Kolonien, welche die Gelegenheit einer größeren Reise bieten, auch fehleu uns jene wissenschaftlicheil Akademien oder ähuliche Institute mit reichen Geldmitteln,
Keller, Reiscbildcr aus Ostafrika und Madagaskar. 1