Proviant.
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(manchmal 30) Kilometer, mit einer Last von 25 Kilogramm auf dem Kopfe, marschieren, so muß man ihre Ausdauer bewundern. Der Europäer muß für sich einen ganz anderen Proviant mitnehmen. Er kann in dem fremden, gefährlichen Klima nicht mit einemmal seiner gewohnten Nahrung entsagen, und so bilden Büchsen mit eingemachtem Fleisch, Obst und Gemüse, Kaffee, Thee und Zucker, Wein und auch Bier, Kerzen, Seife u. dergl. die notwendigen Bestandteile seiner Ausrüstung, wozu noch eine kleine Apotheke und wissenschaftliche Instrumente hinzukommen. Auch ein Zelt und Feldbetten dürfen nicht fehlen.
So ausgerüstet kann man die Reise nach unserem höchsten Berge wagen. Sie ist keine Kleinigkeit und kostet auch viele Tausende Mark, je nach der Zeit, die man auf dem Berge verbringen will.
Johnston hatte für seine Reise, die etwa ein Jahr dauerte, 20 000 Mark zur Verfügung. Bedenkt man, daß seine Karawane beim Beginn der Reise 120 Mann zählte, so muß man zugeben, daß der Lohn und die Verpflegung der Menschen in Afrika noch billig sind.
Der Weg durch die Wildnis.
Zwei Karawanenwege führen von der Küste nach dem Kilimandscharo. Der erste, vom deutschen Pangani ausgehend, zieht sich durch das schöne Usambaragebirge, sowie durch die vulkanischen Berge von Ugueno am Dschipesee vorüber; der andere hat das englische Mombas zum Ausgangspunkte und führt durch die Wildnis Njika. Beide treffen in Taweta am Fuße des Kilimandscharo zusammen. Der letztere ist kürzer und wird darum vorgezogen.
Der Küstenstrich von Mombas bildet nur einen verhältnismäßig schmalen Streifen fruchtbaren Landes. Schon bei der Missionsstation Rabai beginnt die Njika, eine öde, mit wenig Gras und stellenweise mit kümmerlichem Gestrüpp bewachsene Savanne. Nur an wenigen Stellen derselben begegnet man kleinen Flüßchen, an welchen sich einige Neger-