Die Erwerbung von Dschagga.
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Das Kolonisieren von Afrika ist nicht so leicht, und Ansiedelungen entstehen dort nicht so rasch, wie viele es wünschen möchten. Die friedliche Entwickelung der Dinge in jenen Gegenden wurde überhaupt durch den Araberarrf- stand unterbrochen, aber die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft hat trotz alledem den Kilimandscharo nicht ganz außer acht gelassen. Im Jahre 1885 begab sich dorthin in ihrem Auftrage Dr. Jühlke und schloß mit dem mächtigsten Häuptling von Dschagga, dem Sultan Mandara, einen Schutzvertrag ab, so daß der deutsche Einfluß auch thatsächlich und praktisch an dem Fuße des von Rebmann entdeckten Riesen gesichert wurde.
Der Kilimandscharo ist deutsch; er ist ein deutscher Berg und dazu noch der höchste im Deutschen Reich. Ewiger Schnee liegt auf keinem unserer heimischer: Berge — aber er deckt das Haupt des neugewonnenen Gipfels unter dem dritter: Grad südlicher Breite! Das sind alles Verhältnisse, die unser Interesse für den Kilimandscharo besonders groß machen.
Suchen wir im nachfolgender: auf Grund der Reiseberichte dieses Stück Land zu schildern, welches vor: der deutschen Flagge geschützt wird. Sehen wir zu, wie es da ausschaut, was dort lebt und webt ar: unserem höchsten Berge!
Wie man nach dem Kilimandscharo reist.
Der Kilimandscharo ist von der Küste in Luftlinie etwa 290 Kilometer entfernt. Das ist nach unserer: Begriffen keine weite Strecke, denn für unsere Vergnügungsfahrten während der Ferien lösen wir ja Nundreisebillets für mindestens 600 Kilometer und legen somit eine Strecke zurück, die dem Hin- und Rückweg zum Kilimandscharo gleich ist. Unser Berg wird auch in Afrika leicht zu erreichen sein, sobald eine Eisenbahn zu ihm führt, was vielleicht eher eintrete:: wird, als wir denken. Mai: hat ja so viel über die Kongobahn gespottet und ihr Projekt reift immer mehr zur