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Auf Bergeshöhen Deutsch-Afrikas / von C. Falkenhorst
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Das Volk von Dschagga.

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kam einen nicht das Gefühl des köstlichen lotosessenden Nichts­thuns, wie in dem träumerischen poetischen Leben zu Taweta: und das trotz der zauberischen Naturmusik, welche der ent­fernte Wasserfall oder der träumerische,Sogg' des Flusses tief unten im Thal machte und vom kühlen Winde auf flaumigen Fittichen zu unseren Ohren getragen wurde. Solcher Art war unsere unmittelbare Umgebung. Wir wollen indessen von unseren: vorteilhaften Aussichtspunkt noch einen Blick in die Weite, über das flache Land von Dschagga, werfen.

Nach Osten schweift das Auge über den Wald von Taweta und die gelbe sonnenverbrannte Savanne dahinter, bis der Blick an der Burakette und dem Pic von Kadiaro haftet, die sich über den Horizont erheben, wie gefährliche schwarze Felsen aus einem schlammigen Meere. Nach Süd­osten bemerken wir im Vordergründe die von zahlreichen rauschenden Bergbächen durchwühlten Hügel und Thäler zu unseren Füßen. Hier wölbt sich domartig ein Galerienwald über einen rauschenden Bach, dort erhebt sich ein busch- gekrönter Hügelrücken. Bald blickt man auf eine schöne Lichtung, bald in eine parkartige Landschaft. Dazu denke man sich kräuselnde Rauchsäulen und buntgefürbte Gärten und man hat Dschagga!"

Das Volk oon Dschagga.

Wenn wir uns jetzt der Schilderung der Einwohner zu­wenden, so wollen wir aus der Fülle der kleinen Staaten den größten, das Sultanat Moschi, herausgreifen. Wir werden in der Schilderung desselben in großen Zügen auch die anderen Staaten skizzieren, denn die Verhältnisse sind in allen gleich.

Moschi ist kein großes Ländchen. Sein Gebiet umfaßt etwa 1 1/2 Quadratmeilen und die Einwohnerzahl wird gegen 8000 betragen. Die Dschagga von Moschi sind ein fleißiges Volk, aber zugleich ein Volk in Waffen, denn die Armee Mandaras beträgt 800 bis 1000 Mann. Die Soldaten sind auch das hauptsächlichste Element der Bevölkerung, welches dem fremden Besucher Moschis zuerst in die Augen fällt.