Am Fuße des Berges.
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Fnf dem Sockel -es Miman-scharo.
Jenseit des Lumiflusses, in Deutsch-Taweta, dehnt sich der Wald noch auf etwa 4 Kilometer aus; dann aber hört plötzlich die Vegetation auf und es beginnt wiederum eine Strecke wüsten Landes. Die durch Feuchtigkeit bedingten weichen und biegsamen Formen der Pflanzenwelt verschwinden und an ihrer Stelle tritt die rauhe und starre Vegetation der Halbwüsten Länder auf, ähnlich derjenigen, die wir in Duruma kennen gelernt haben. Die vulkanischen Gebirge des Kilimandscharo beginnen hier bereits höher anzusteigen und die Landschaft zeigt ein zerrissenes Aussehen.
Auf weiten Strecken wuchs nur das einförmige lichtgelbe Gras; die Berghügel waren nicht mit grünen Wäldern bestanden, düstere, grau aussehende, blätterarme Bäume wuchsen vereinzelt auf ihnen. Dort standen die Eukalypten oder dornige Mimosen, die keinen Schatten boten und mit ihren platten Kronen und roten Stämmen den Bäumen in der Arche Noah der Kinder verzweifelt ähnlich sahen. So schildern Reisende die Gegend.
Von Zeit zu Zeit führt unser Weg durch das ausgetrocknete Bett eines Gebirgsbaches; hier tritt das Pflanzen- wachstum etwas üppiger, aber nicht besonders schöner auf.
Kriechende Euphorbien mit fleischigen, schlangenartigen, gewundenen Stengeln, mit fürchterlichen Stacheln schlängeln sich triumphierend über widerstandunfähiges Gebüsch; Akazien, welche aus schierer Bosheit fast alle Blätter abgeworfen hatten, um ihre ganze Produktionskraft auf die Entwickelung schrecklich wirksamer Dornen zu konzentrieren, werfen ihre grausamen Fanghaken über den Pfad und zerreißen im Vorbeigehen die Gesichter, Hände und Kleidungsstücke des Wanderers. Andere Pflanzen von: Geschlechte der Lilien (entartete oder verzauberte Mitglieder einer schönen Familie) wachsen hier wie Schwerter, welche mit der Spitze nach oben in den Boden gesteckt worden sind, und wehe dem unvorsichtigen Wanderer, welcher mit seiner Hand die Spitze ihrer