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Einleitung.
^Aas Hochgebirge ist erst in neuester Zeit für die Wissen- Wv fchaft und die Menschheit erobert worden. Eine heilige Scheu hielt in früheren Zeiten die Menschen von den schneegekrönten Bergspitzen zurück, über deren Natur die wunderbarsten Ansichten im Schwange waren. Dort oben auf den Gletschern war nichts zu holen und die Welt war blind für die erhabene Schönheit der Berge. So kam es, daß die Ozeane durchschifft und die mit ewigem Polareis bedeckten Länder des Nordens aufgesucht wurden, bevor die höchsten Spitzen der europäischen Berge erstiegen waren.
Nur bei besonders wichtigen Anlässen wagte man sich in solch bedeutende Höhen, und sonderbarerweise wurde die erste Bergbesteigung in größerem Stil nicht in der Alten sondern in der Neuen Welt ausgeführt. Der „rauchende Berg", der 5928 Meter hohe Vulkan Popocatepetl war das Ziel jener kühnen Bergsteiger, welche zu den besten Rittern Ferdinand Cortez', des Eroberers von Mexiko, zählten.
Das erste Mal bestiegen sie ihn aus Bravour, um den Eingeborenen, die den Berg mit Dämonen bevölkerten, zu zeigen, daß die Spanier keine Furcht kennen. Das zweite Mal verfolgte die Besteigung einen hochernsten Zweck. Cortez marschierte gerade gegen das alte Tenochtitlan, um Rache für die ersten Niederlagen zu nehmen und den heldenmütigen Guatemozin niederzuwerfen, und da seine Kriegsrüstung zum Teil verloren gegangen, zum Teil erschöpft war, sollten seine Ritter von dem Krater des Vulkans Schwefel zur Pulverfabrikation holen. Die Lösung der
Bibliothek denkwürdiger Forschungsreisen. V. 1