20 Abstieg.
Flasche, welche wir alsdann wohlverkorkt zwischen Lavageröll bargen.
„Um 4 Uhr nahmen wir Abschied vom Pico grande, der den Beinamen der Große mit Recht führt. Um 5 Uhr 30 Minuten erreichten wir unsere Leute, welche ebenso hungrig, durstig und abgemattet waren wie wir. Die Sonne sank nun bald und benahm uns die Hoffnung, unsern Lagerplatz mit den warnten Decken zu erreichen. Unser Führer war unwissender als wir in Bezug auf die Richtung, und so lagerten wir denn auf einer Höhe von etwa 3350 Meter in einer kleinen runden Vertiefung im Boden, wo wir etwas Schutz vor dem kalten Ostwinde fanden und mit Hilfe eines Feuers uns leidlich warm erhielten. Tief unter uns grollte ein Gewitter und ober: über uns leuchteten die Sterile so freundlich, wie stets, wenn es im Herzen fröhlich ist."
Ed. Robert Flegel war kein Naturforscher; er war Kaufmann von Beruf und verfolgte durch seine Reisen in Afrika kolonialpolitische Pläne, aber wer ihn näher kannte, der wußte, daß seine Seele poetisch gestimmt war und so hat er uns den großen Kamerun nicht gelehrt geschildert, sondern ein echtes Stimmungsbild jener eigenartiger: Höhen- welt entworfen. Freilich wußte er damals noch nicht, daß in wenigen Jahren diese Welt von Kratern ein Stück deutschen Gebietes werden sollte!
Hugo Zoellers Expedition zum „Götterberg"
Hugo Zoeller, der im Jahre 1884 die Besteigung ausführte, schlug einen andern Weg ein. Er wählte das Dorf Bota an der Küste der Ambasbai zu seinem Allsgangspunkt. Seiil Bericht, der in dem Werke „Kamerun" enthalten ist, führt uns mehr in das Detail ein. Zoellers Expedition war mit größter Hast ausgeführt. Bevor er nämlich noch erfahren, daß Rogozinski mit den Häuptlingen im Kamerun- gebirge Verträge im englischen Interesse abgeschlossen hatte, verabredete er mit diesem die Expedition. Zoeller wollte sein Wort halten und so einigten sich die Reisenden dahin, daß