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Kolonialpolitik : mein politisches Vermächtnis / von W. H. Solf
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ein gutes Stück vorwärtsgekommen. Durch Intensivierung der Wirtschaftsweise und Anwendung moderner Methoden können aus rohen Landern in relativ kurzer Zeit wirtschaftlich wertvolle Gebiete gemacht werden. Man hat schon begonnen, auch dem Eingeborenen die modernen Methoden der Boden­bearbeitung, der Fruchtfolge, der Düngung, der Pflanzenzüchtung zu vermitteln und seine Viehherden gegen Seuchen zu schützen. Vielerorts sind die Eingeborenen auch schon zu intensiver, rationeller Wirtschaftsweise übergegangen. Insbesondere hat man nach langem Zögern endlich begonnen, Menschenkraft durch Maschinen zu ersetzen. Durch die Anwendung neuer Maschinen wird z. B. die Ausnutzung der ungeheuren Hlpalm- wälder in Westafrika wesentlich erleichtert. Da eine von wenigen Handen bediente Maschine an einem Tage so viel Palmöl und Palmkerne lieferte wie sonst ein Eingeborener in 500600 Arbeits­tagen, so kann die Ausbeutung viel umfangreicherer Bestände mit den bisherigen Menschenkräften vorgenommen werden. Ebenso finden schon im Kakaobau, den Kautschuk-, Baumwoll-, Sisal- und anderen Produktionen Maschinen Verwendung.

Man ist also auf dem Wege, die afrikanische Wirtschaft zur Ergänzung der europäischen Produktionen nutzbar zu machen, mit guten Erfolg vorwärtsgekommen.

7. Die freien Berufe in den Kolonien.

Deutschland hatte schon vor dem Kriege fast keinen Aus- wandercrüberschuß mehr, und nach dem Kriege wird es im Lande viel Arbeit geben, wenn die erschöpften Vorräte aufgefüllt und die Industrie wieder auf den alten Stand gebracht werden soll.