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Kolonialpolitik : mein politisches Vermächtnis / von W. H. Solf
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I. Weltwirtschaft und Kolonialpolitik.

1. Einleitung.

Die Verknüpfungen, welche die Weltwirtschaft in ihren mannig­fachen Äußerungen unter den Kulturvölkern hervorgerufen hat, sind so stark, daß kein Volk sich mehr ihnen entziehen kann. Handel und Industrie aller Völker sind begründet auf dem Zusammenhang mit der ganzen Welt. Kein Staat vermöchte heute seine weltwirtschaftliche Betätigung aufzugeben, ohne einen Grundpfeiler seiner wirtschaftlichen Kraft zu untergraben. Die Entwicklung der einzelnen Wirtschaftskräfte Europas hat ihre Wirkung weit über die Grenzen des Kontinents hinaus erstreckt. Die Loslösung von der Weltwirtschaft und die zwangs­weise Entstehung einer Autarkie wahrend der Kriegszeit war kein Beweis dafür, daß wir als isolierter Staat immer und ewig bestehen können.

Als Europas Bevölkerung mit der fortschreitenden Indu­strialisierung anwuchs und die Industrie in steigendem Maße Rohstoffe verlangte, reichte die eigene Volkswirtschaft nicht aus, Lebensmittel und Rohstoffe in genügender Menge zu produzieren. Man führte sie aus Übersee ein und machte sich dabei auch tropische und subtropische Gebiete dienstbar, die bis dahin nur Luxusgüter, wie Edelmetalle, Edelsteine und Gewürze, geliefert

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