stoffe nach dem Kriege und der dringend notwendige Ausbau des kolonialen Eisenbahnnetzes wird dem Großkapital Gelegenheit zur Betätigung in reichem Maße bieten. Dadurch aber wird unserer gesamter Außenhandel kräftig befruchtet werden, denn das koloniale Kapital entwickelt eine größere handelspolitische Regsamkeit als das heimische. Somit würde durch Kapitalinvestitionen in einem eigenen Kolonialreich unsere Kolonialwirtschaft und damit unsere Stellung in der Weltwirtschaft eine Stärkung erfahren.
6. Wirtschaftliche Hebung der Kolonien.
Soll uns das eigene Kolonialreich zur Stärkung unserer Stellung in der Weltwirtschaft mit Rohstoffen versorgen, soll es unserem Handel und unserer Schiffahrt nutzbar sein, so genügt aber nicht, daß wir den Produktionsfaktor Kapital dort allein wirksam sein lassen, auch den Faktor der Arbeit müssen wir zur Entfaltung bringen. Dazu gehört in erster Linie, daß sich die Hände der eingeborenen Bevölkerung regen. Dazu bedarf der Eingeborene aber der Anleitung durch die überlegene weiße Rasse. Ihm diese Anregung und Anleitung zu geben, ist eine der Menschheitspflichten des Kolonisators. Der Eingeborene darf von den höher entwickelten Rassen nicht nur als Mittel zum Zweck betrachtet werden, sondern er hat ein Selbstzweckrecht, d. h. die Arbeit der Weißen in Afrika muß auch ihm dienen. Es ist also nötig, daß unsere Landsleute selber in unseren Kolonien tätig sind.
Allerdings erfordert die Erschließung roher Kolonialgebiete Zeit und Arbeit. Unkultivierte Menschen, die weder arbeiten
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