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mukha (Kern: „Sanskrit. Tag.", p. 556; — P a r d o de Tavcra, p. 39). Barriai: muga.
Über M. P. panah, das M a x well (1881, p. 27)
und Pardo de Tavcra O887, p. 43), nicht alier Kern vom Sanskrit abgeleitet haben, siehe Schmidt: „Mon - Khmer", p. 139, 140.
Anthropologische und ethnologische Vergleichung.
Uberall durch ganz Melanesien hindurch besteht die Bevölkerung aus vielen morphologischen Varietäten. Die Mischung ist weitgehend und sicherlich meistens anthropologisch nicht mehr entwirrbar. 1 " 0 ) Zuweilen habe ich mich mitten in Neu- Mecklenburg über Gestalten gewundert, die unter der Masse der dunkelfarbigen grobzügigen Bevölkerung durch hellere Hautfarbe und Gesichtszüge der papuanisierenden Melanesier fremdartig anmuteten.
Diese Mischungen treten auch in allen hier zur Untersuchung stehenden melanesischen Gruppen hervor. 200 ) Aber daneben vereinigen doch wieder gewisse gemeinsame Züge die einzelnen Glieder einer Gruppe zu einem Ganzen und geben ihr einen gewissen anthropologischen Charakter. Unter diesen melanesischen Gruppen steht die der Papuo-Mela- uesier der Barriai-Gruppe mit Einschluß der Inscl- bevölkerung der Neu-Guinea-Untergruppe verhältnismäßig nahe. Ich habe von den Papuo - Melanesien! selbst etwa nur ein Dutzend gesehen, aber mein Eindruck wird durch Abbildungen und Beschreibungen von anderer Seite bestätigt. Mancher Motu- und Sariba-Mann sieht einem Barriai so ähnlich, daß man ihn, abgesehen von den Äußerlichkeiten in Haartracht und Kleidung, für einen solchen halten könnte. 201 )
Diesen beiden Gruppen gegenüber stehen die somatisch untereinander wieder verwandten Süd- Salomonier und Neu-Hebriden-Leute merklich ab-
199 ) Was anthropologisch notwendig erscheint, sind eingehende Aufnahmen und Untersuchungen kleiner geschlossener Lokalbczirke, von denen sich einer an den andern reihen müßte, um schließlich ganz Melanesien zu decken. W. Volz: „Beiträge", wirft die Schädel gruppenweise in Tabellen zusammen (z.B. 152 Schädel „Neu-Guinea"; 171 Schädel „Inseln um Neu-Guinea"; 180 Schädel „Bismarck-Archipel"), macht sie also für Spezialuntersuchungen, wie sie für den vorliegenden Fall erwünscht wären, ungeeignet.
™) Sergi: „Menschenvarietäten", p. 339—383, passim; — Lawes: „Notes", p. 606; — Mac Gregor: „Br. N. G.", p.88.
Ml ) Seligmann: „Mclanesians", pl. II, fig. 2; — Derselbe: „Classification", pl. XVI; p. 317, 322, 323; — Brown: „Autobiography", p. 468, pl.; 470, pl.; — Chalmers: „Pio- neering", p. 149.
seits. Die Hautfarbe macht das nicht; sie ist in allen vier Gruppen weit entfernt von dem tiefen Schwarz der Nord-Salomonier und auch der Neu- Hannover-Leute, aber sie schwankt in allen Gruppen von dem dunklen Braun, wie es z. B. Barriai- und Motu-Leute zeigen, und dem fast polynesischen Lichtbraun, wie es für Anwohner der Rcdscar-Bai, des Mekeo-Distrikts und gewisse Malanta-Leutc, die ich sah, charakteristisch ist.
Uberall sind die Leute dort dunkler, wo auch sonst eine größere Mischung mit der alteingesessenen Bevölkerung feststellbar ist. Letztere ist dunkelfarbig und ist es gewesen, als hellfarbige Einwanderer eintrafen, um unter ihnen zu kolonisieren und sich mit ihnen zu vermischen. 202 )
Die Hautfarbe ist es also nicht, welche die vier melanesischen Gruppen zu zwei sich gegen überstehenden Doppelpaaren macht, sondern der allgemeine Charakter der Figuren und Gesichtszüge, der bei den Salomoniern und Neu-Hcbriden-Leuten klobiger, gröber und roher ist als bei den feineren, mehr abgerundeten und eleganten, in ihren Gesichtszügen hübscheren Erscheinungen der Mitglieder der anderen beiden Gruppen. Der Grund für diese Verschiedenheit ist offenbar der, daß sich diese beiden Gruppen auf anders gearteten Unterschichten aufgebaut haben. Die Stämme Indonesiens, die in die Südsee die Keime zu dem brachten, was wir heute melanesische Kultur und Sprache nennen, werden in der Hauptsache, in großen Zügen, eines Schlages gewesen sein, fanden aber in Melanesien zwei verschiedene alteingesessene Bevölkerungstypen vor. Der eine, der kurzschädelig gewesen sein mag und,
30a ) Moresby, p. 134, 139. 155. J 82, 188, 202, 270, 271; — Lawes: „Notes", p. 606; — Gill: „Life", p. 242, 249, 250; — Chalmers and Gill, p. 40, 89, 98, 99, 115, 117, 137, 233, 288; — Chalmers; „Pioneering", p. 249; — Murray: „Forty Years", p. 458; — d'Albertis, I, 29, 197, 221, 222, 260, 262, 272, 317, 409—412; — Mac Gregor: „Br. N. G.", p. 28; — Seligmann: „Mel.", p. 27; — Guppy: „Sol. Isl.", p. 120; — Erskine, p. 16,324, 333; — Markham: „Rosario", p. 238; — Auch die Papuas im Hinterland von Manukwari sind dunkler als die Nufoorleute (Raffray, p. 397).