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3 (1913) Untersuchungen über eine melanesische Wanderstraße / von Georg Friederici
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den, daß man in anderen M. P.-Sprachcn, wenig­stens inhaltlich, genau dasselbe findet. 107 )

Hiermit schließe ich die vergleichende Unter­suchung der Grammatik ab. Es hat sich das Fol­gende ergeben.

Während die Sprache der Alfuren von Nordost- Celebes als zu der Philippinischen Sprachengruppe gehörig und erheblich abweichend organisiert von vornherein zurücktreten muß, zeigt sich, daß auch die durch das Masarete vertretene Sprache der Al­furen von Buru ferner steht und außer Betracht kommt.

Dagegen zeigt die bahasa tanah der Molukken in allen wichtigen Punkten, und soweit das zur Ver­fügung stehende Vergleichsmaterial erkennen läßt, auch in Nebenpunkten, vollständige grammatische Übereinstimmung mit den Barriai- und Papuo-Mela- nesier-Gruppen und in etwas mehr abgeschwächtem Grade auch mit den Gruppen der Süd-Salomonen und Neu-Hebriden. Die im Aufbau der Zahlen­systeme sich zeigende einzigste größere Unstimmig­keit konnte befriedigend erklärt werden.

Aberder Beweis für den verwandtschaftlichen Zusammenhang ist nur dann vollständig," sagt Co­li r i n g t o n , 198 )wenn der Wortschatz der Gram­matik zur Hilfe kommt". Dieser zweite Beweis soll im folgenden erbracht werden.

197 ) Schwarz:Wdb.", p. 593; Riedel:Galela und Tobeloresen", p. 63: Fortgens, p. 110, 113: Matthes: Makass. Wdb.", p. 534; Williams:Fiji", p. 183.

m ) Codrington:L.", p. 25. Siehe auch Hugo Schuchardt über den nicht selten unterschätzten Wert des Wortschatzes zugunsten der Grammatik (Anthropos". VI, 945).

In der wortvergleichcndcn Zusammenstellung sind die Sprachen der Alfuren von Buru und von der Minahassa beibehalten worden, obwohl ihnen der Charakter ihrer Grammatik die Anwartschaft auf die Vaterschaft der hier untersuchten Wander­gruppe von vornherein nimmt.

Diese Beibehaltung ist im Falle von Buru ein­mal durch die Notwendigkeit begründet, zu zeigen, wie die einzigste Sprache dieser Gegend, die über­haupt noch in Betracht kommen könnte, in augen­fälliger Weise auch im Wortschatz gegen die bahasa abfällt; und dann, weil Buru seit den Tagen von Horatio Haie bis heute immer eine gewisse Rolle als vermeintliche Heimat von Südsee-Völkern gespielt hat.

Im Falle der Alfuren von Nordost-Celebes soll diese Beibehaltung meine schon in Teil II geäußerte Auffassung stützen helfen, daß die Sprachen und Dia­lekte von Nordost-Celebes, wenn sie auch nach ihrer Grammatik beurteilt hier nicht in Frage kommen, im Wortschatz meinen melanesischen Gruppen nahe stehen, dann und wann sogar scheinbar noch näher als die bahasa.

Diese Erscheinung hatte schon früh in mir die Ansicht erweckt, daß die indonesische Mutter­sprache meiner melanesischen Gruppen zwar eine nächste Verwandte der heutigen bahasa tanah ge­wesen sein muß, aber den Sprachen der Minahassa etwas näher gestanden haben dürfte, als es jetzt bei der bahasa der Fall ist. Es ist so etwas sehr wohl möglich, auch vom geographischen Gesichts­punkt aus betrachtet. Denn die dazwischen liegen­den Sula- und Obi-Inseln haben teils in erheb­lichem Grade, teils vollständig und restlos ihre alt­einheimischen Alfuren-Sprachen verloren.

I

II

III

rv

V

VI

VII

VIII

Deutsch

Bahasa tanah und Alfuren von Ceram

Alfuren von Buru

Alfuren von Nordost-Celebes

Barriai-Gruppe

Westl. Papuo- Melanesier

Süd-Salomonen

Nord- Neu-Hebriden

I.

Abend

Barriai: lailai Nakanai: lavi- lavi

Keap. und

Waima:

lavilavi ' Galoma: labi-

labi Kabadi: ravi-

ravi

Mahaga: lavi Florida: nu- lavi

2.

Ader, Sehne,

waar, waal, waa-

Barriai: war­

Motu: varo-

San Cristo-

Oba: kuari,

Wurzel

lo, aiwaar, ai- waari, aiwaallo, Wurzel

war Ader, Wurzel

varo, Ader

val: wawaroi, Ader

g'oarig'i Tangoa: kwari Arag: g'aro Maewo: g'oarii