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den, daß man in anderen M. P.-Sprachcn, wenigstens inhaltlich, genau dasselbe findet. 107 )
Hiermit schließe ich die vergleichende Untersuchung der Grammatik ab. Es hat sich das Folgende ergeben.
Während die Sprache der Alfuren von Nordost- Celebes als zu der Philippinischen Sprachengruppe gehörig und erheblich abweichend organisiert von vornherein zurücktreten muß, zeigt sich, daß auch die durch das Masarete vertretene Sprache der Alfuren von Buru ferner steht und außer Betracht kommt.
Dagegen zeigt die bahasa tanah der Molukken in allen wichtigen Punkten, und soweit das zur Verfügung stehende Vergleichsmaterial erkennen läßt, auch in Nebenpunkten, vollständige grammatische Übereinstimmung mit den Barriai- und Papuo-Mela- nesier-Gruppen und in etwas mehr abgeschwächtem Grade auch mit den Gruppen der Süd-Salomonen und Neu-Hebriden. Die im Aufbau der Zahlensysteme sich zeigende einzigste größere Unstimmigkeit konnte befriedigend erklärt werden.
Aber „der Beweis für den verwandtschaftlichen Zusammenhang ist nur dann vollständig," sagt Coli r i n g t o n , 198 ) „wenn der Wortschatz der Grammatik zur Hilfe kommt". Dieser zweite Beweis soll im folgenden erbracht werden.
197 ) Schwarz: „Wdb.", p. 593; — Riedel: „Galela und Tobeloresen", p. 63: — Fortgens, p. 110, 113: — Matthes: „Makass. Wdb.", p. 534; — Williams: „Fiji", p. 183.
m ) Codrington: „L.", p. 25. — Siehe auch Hugo Schuchardt über den nicht selten unterschätzten Wert des Wortschatzes zugunsten der Grammatik („Anthropos". VI, 945).
In der wortvergleichcndcn Zusammenstellung sind die Sprachen der Alfuren von Buru und von der Minahassa beibehalten worden, obwohl ihnen der Charakter ihrer Grammatik die Anwartschaft auf die Vaterschaft der hier untersuchten Wandergruppe von vornherein nimmt.
Diese Beibehaltung ist im Falle von Buru einmal durch die Notwendigkeit begründet, zu zeigen, wie die einzigste Sprache dieser Gegend, die überhaupt noch in Betracht kommen könnte, in augenfälliger Weise auch im Wortschatz gegen die bahasa abfällt; und dann, weil Buru seit den Tagen von Horatio Haie bis heute immer eine gewisse Rolle als vermeintliche Heimat von Südsee-Völkern gespielt hat.
Im Falle der Alfuren von Nordost-Celebes soll diese Beibehaltung meine schon in Teil II geäußerte Auffassung stützen helfen, daß die Sprachen und Dialekte von Nordost-Celebes, wenn sie auch nach ihrer Grammatik beurteilt hier nicht in Frage kommen, im Wortschatz meinen melanesischen Gruppen nahe stehen, dann und wann sogar scheinbar noch näher als die bahasa.
Diese Erscheinung hatte schon früh in mir die Ansicht erweckt, daß die indonesische Muttersprache meiner melanesischen Gruppen zwar eine nächste Verwandte der heutigen bahasa tanah gewesen sein muß, aber den Sprachen der Minahassa etwas näher gestanden haben dürfte, als es jetzt bei der bahasa der Fall ist. Es ist so etwas sehr wohl möglich, auch vom geographischen Gesichtspunkt aus betrachtet. Denn die dazwischen liegenden Sula- und Obi-Inseln haben teils in erheblichem Grade, teils vollständig und restlos ihre alteinheimischen Alfuren-Sprachen verloren.
I
II
III
rv
V
VI
VII
VIII
Deutsch
Bahasa tanah und Alfuren von Ceram
Alfuren von Buru
Alfuren von Nordost-Celebes
Barriai-Gruppe
Westl. Papuo- Melanesier
Süd-Salomonen
Nord- Neu-Hebriden
I.
Abend
Barriai: lailai Nakanai: lavi- lavi
Keap. und
Waima:
lavilavi ' Galoma: labi-
labi Kabadi: ravi-
ravi
Mahaga: lavi Florida: nu- lavi
2.
Ader, Sehne,
waar, waal, waa-
Barriai: war
Motu: varo-
San Cristo-
Oba: kuari,
Wurzel
lo, aiwaar, ai- waari, aiwaallo, Wurzel
war Ader, Wurzel
varo, Ader
val: wawaroi, Ader
g'oarig'i Tangoa: kwari Arag: g'aro Maewo: g'oarii