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Zum Y e r g 1 e i c Ii: Barriai: bau, tanzen; bauria, Tanz.
parau, kämpfen; parauna, Kampf.
Eine andere Art der Substantivierung, die der Kürze w egen gleieli an dieser Stelle erledigt werden soll, ist die durch ein präfigiertes i. Sie findet sich I bei den Barriai, sehr wahrscheinlich bei den Kobe, ferner in Roro, Mekeo, Pokau, Kabadi und Motu; schließlich auf der Salomonen-Insel Florida und in Sa'a.
Beispiele: Barriai: para, reif; ipara, die reife Kokosnuß.
ruarua, sich erbrechen: iruarua, die Seekrankheit.
Mekeo: kupu, schließen; ikupu, Umzäunung. Pokau: vua, tragen; ivua, Last. Motu: koko, nageln; ikoko, Nagel. Florida: kam, Wasser auswerfen; ikaru, Ößfaß;
gaho, graben; igaho, Grabstock. Sa'a: danu, Wasser auswerfen; idenu, Ößfaß.
Nach Ray kommt diese. Art der Substantivierung auch auf Malo vor, so daß sie sich, abgesehen von der bahasa tanah, in allen meinen Hauptgruppen findet. Sonst ist sie, soviel ich weiß, nur noch von den Banks-Inscln und von Fidschi bekannt. 134 )
D. Das Substantivum.
1. Wort form. — Die Wortbildung durch prä- oder suffigierte Partikel ist schon im Abschnitt „Artikel" erledigt worden. Die so wichtige Wortbildung durch Reduplikation und Wortwiederholung wird im Unterabschnitt „Numerus" berührt werden.
2. N u m e r u s. — Über Dual und Trial ist schon das Nötige im Beginn des Abschnitts „Pronomen" gesagt worden. Es wurde gezeigt, daß sich in diesem Punkte die bahasa tanah grammatikalisch in keiner Weise von den melanesischen Gruppen unterscheidet.
Der Singular ist in allen Gruppen nicht als solcher äußerlich gekennzeichnet. Soll besonders zum Ausdruck gebracht werden, daß es sich um die Einheit handelt, so wird dies durch Beifügung der Zahl „eins", eines Demonstrativ - Pronomens oder eines besonderen, hierfür vorhandenen Wortes erreicht. 185 )
Es müssen vier Arten der Darstellung des Plti- ralis unterschieden werden :
IM ) Lawes: „Gr.", p. 3; — Ray: „Rep.", p. 444; - Codrington: „L.", p. 146; — Ivens, p. 762; — Codrington and Palm er: p. XV, p. 30, 31, 45.
,35 ) v. Hoevell: „Ldt", p. 17, 18; — Codrington; „L", p. 149; — Ray: ,,Rep.", p. 446.
1. Der Plural kommt überhaupt nicht durch die Form zum Ausdruck, sondern muß aus dem Zusammenhang erkannt werden. Dieser Fall trifft für die bahasa und für alle vier melanesischen Gruppen zu.
2. Als Gegenstück zur besonderen Ausdrückung der Einheit im Singular werden hier im Plural besondere Worte, wie „viele", „alle", „sehr viele", beigefügt. Eines der für diesen Zweck von den Westlichen Papuo-Melanesiern verwendeten Worte: Pokau und Motu: ibou, Roro: ikoi, Mekeo: kou, ist vielleicht das Barriai: ipom, zahlreich.
3. Eine besondere Pluralform, die aber in den betreffenden Sprachen nur eine untergeordnete Rolle spielt und sich z. T. auf eine besondere Klasse von Substantiven beschränkt. Sie wird ausgedrückt: in der bahasa tanah durch Suffigierung von o oder a, in Masarete durch Suffigierung von ro an den Singular. In gleicher Weise im Tami durch Suffigierung von na, im Jabim durch Suffigierung von i.
4. Durch Reduplikation oder Wortwiederholung. Dies trifft für alle fünf Gruppen zu.
Abgesehen von der durch Suffigierung gewonnenen besonderen Pluralform in der bahasa und in der Neu-Guinea-Untergruppe, die sich nur auf diese zu beschränken scheint, herrscht in den Gruppen vollständige Übereinkunft in der Art der Pluralbildung.
Reduplikation und Wortwiederholung sind in allen fünf Gruppen an der Wortbildung beteiligt, ganz besonders aber in der Barriai-Gruppe und bei den Papuo-Melanesiern. 13e ) Auch das haben diese beiden Gruppen und die Süd - Salomonen gemein, daß Diminutive durch Reduplikation oder Wortwiederholung zum Ausdruck gebracht werden, so:
Motu: kekeni, Mädchen; kekenikekeni, kleines Mädchen.
Barriai: mota, Schlange; motamota, Blutegel (kleine Schlange).
,36 ) v. Hoevell: „Ldt.", p. 16, 17; — Brumund: „Aroe", p. 330; — Jellesma: „Boeroe", p. 321; — Hendriks: p. 9: — Jellesma: „Bijdr.", p. 5; nach ihm im Tontemboan kein Gebrauch von Verdoppelung, um den Plural auszudrücken. Dagegen Adriani: ..Hoofdst.", p. 46fr. Die zwar für ihre Zeit verdienstvolle Arbeit von Jellesma ist überhaupt mit Vorsicht und Kritik zu benutzen oder zugunsten der umfangreichen und ganz vortrefflichen, aber etwas schwer übersichtlichen Abhandlung der beiden Adriani ganz beiseite zu lassen. — Schmidt: „J.". p. 11; — Derselbe: „D. N. G.", P- 30, 36; — Lau es: „Gr.", p. 4; — Ray: „Rep.", p. 445—447; — Codrington: .,L.", p. 148, 149; — Ivens, p. 762; Codrington and Palmer, p. 15.