Vorbemerkung.
Uer Inhalt der folgenden Abhandlung bildet die Fortsetzung und Vertiefung einiger in Teil II dieser Veröffentlichung geführten Untersuchungen. Unter weiterer Heranziehung des von mir gesammelten Materials und nach gewissenhafter Verarbeitung der Ergebnisse früherer Forschungen wird hier zum erstenmal der Versuch gemacht und begründet, wichtige Teile der Eingeborenen-Bevölkerung der von Deutschland, Groß-Britannien und den Niederlanden kolonisierten Gebiete von Neu-Guinea und Nachbarinseln auf einen gemeinsamen Ursprung zurückzuführen.
Professor S a p p e r und ich sind Seiner Exzellenz dem Staatssekretär des Reichs - Kolonialamts, Herrn Dr. S o 1 f ,'zu allergrößtem Danke verpflichtet, daß er auf Vortrag der „Kommission für die landeskundliche Erforschung der deutschen Schutzgebiete" die Mittel zur Veröffentlichung dieses dritten Bandes bereifgestellt hat, nachdem das Reichs-Kolonialamt bereits für die Forschungsreise selbst und für die Herausgabe der beiden ersten Bände so viel getan hat.
Ich selbst habe weiterhin für große, mir bei meiner Arbeit geleistete Unterstützung besonders herzlich Frau Frida Boluminski zu danken, der liebenswürdigen Gattin von Herrn Bezirksamtmann Boluminski in Käwieng, Neu-Mecklen- burg. Frau Boluminski, die, gleich wie ihr Gatte, es in hervorragender Weise versteht, die Eingeborenen zu behandeln, die auch für sie ein Herz hat und daher bei ihnen Vertrauen und Verehrung findet, hat während eines langjährigen Aufenthalts in Neu-Mecklenburg gelernt, sich mit einer Leichtigkeit und Sicherheit mit den Melanesiern zu verständigen, an die kein Forschungsreisender mit seiner doch immer nur beschränkten Zeit heranzureichen- hoffen darf. Sie hat die Güte gehabt, auf meine Bitte einen Teil meines gesammelten Ma
terials nachzuprüfen, zu befestigen, zu verbessern und teilweise in glücklicher Weise zu erweitern.
Was ich früherer Forschung verdanke, ist in jedem Falle mit peinlicher Sorgfalt vermerkt worden. Alle Angaben ohne Quellennachweise stammen von mir. Ganz besonders schulde ich für diese Untersuchung den Arbeiten von Männern Dank, die an der Spitze der malaio - polynesischen Sprachforscher stehen oder zu den besten unter ihnen gehören, wie H. Kern, R. H. Codrington, S. H. Ray, G. K. Niemann, N. A d r i a n i und nicht zuletzt G. W. W. C. Baron van Hoe- v e 11, ohne dessen ganz vortreffliche Arbeiten diese Abhandlung in der Tat unmöglich gewesen wäre. Herrn Dr. N. Adriani habe ich herzlich für ein liebenswürdiges und belehrendes, im Juni 1912 aus Sukabumi, Java, an mich abgesandtes Schreiben zu danken; auf seinen Inhalt, der einige in Teil II berührte sprachliche Fragen betrifft, werde ich im Laufe der Untersuchung hinzuweisen haben.
Ein nie versagender Ratgeber für den Neu- Guinea - Forscher eines jeden Wissenszweiges ist Arthur Wichmanns prächtiges „Nova Guinea". Die Hilfe, die ich aus den zur Zeit meiner Bearbeitung bereits erschienenen Teilen I und II. 1 gewonnen habe, möchte ich auf das dankbarste anerkennen.
Die kartographische Unterlage für diese Arbeit bilden: das von Professor Sapper als Ergebnis unserer Forschungsreise bearbeitete Kartenmaterial in Teil I, in „Mitteil, aus den deutsch. Schutzgebieten", 1910, Heft 4, und in „Petermanns Mittl.", 1910, T, Heft 4, u. II, Heft 4, sowie die Karten in den Teilen II und III dieser Veröffentlichung.
Dorlisheim i. E., 28. Januar 1913.
Dr. Georg Friederici.