Die Bewohner des Kongostaates.
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von ein oder zroei Einzelfällen, die Schlafkrankheit längs dieser Flüsse und Wasserläufe noch nicht feststellen können.
Es dürfte noch lange dauern, bis die Krankheit bezwungen sein wird. Visher scheinen, besonders was Katanga anbetrifft, die belgischen Behörden nicht genügende Maßregeln gegen die Schlafkrankheit, auf deren Behandlung wir hier natürlich nicht eingehen können, getroffen zu haben. Immerhin aber ist ein Anfang gemacht, und Ergebnisse sind erzielt worden, die hoffen lassen, daß es der Wissenschaft und einer gut geleiteten Verwaltung gelingen wird, in den stark verseuchten Gegenden das Übel zum Stillstand und an einigen Orten zum Rückgang zu bringen.
Mit der Schlafkrankheit in engem Zusammenhang steht die immer mehr und mehr in Erscheinung tretende Abnahme der Bevölkerung im Kongostaate. Daneben sind Gründe für diese Abnahme die Kindersterblichkeit infolge schlechter Pflege der Kinder, die nicht nur vielfach schlecht zubereitete Nahrungsmittel erhalten, sondern auch vielfach durch den am Kongo nicht seltenen plötzlichen Witterungsumschlag sich den Keim von tödlichen Krankheiten zuziehen. Der Vielweiberei, deren wir schon gedachten, ist es zuzuschreiben, daß viele Frauen — oft hat ein Mann 4V und 50 Weiber in seinem Kral — unfruchtbar bleiben, andere, da die Mütter ihre Kinder bis zum dritten und vierten Lebensjahre stillen, nur wenige Kinder zur Welt bringen. Eine Frau, die mehr als drei Kinder hat, zählt im Kongo zu den größten Seltenheiten.
Was die weiße Bevölkerung des belgischen Kongo angeht, so beträgt sie reichlich 4000 Personen, von denen 60 v. H. Belgier sind. Vom 1. Januar 1910 bis zum 30. Juli 1912 sind 434 Personen belgischer Nationalität eingewandert. DieSchutztruppezähit17833 Personen.
Die territoriale Organisation der Kolonie. — Die koloniale Verfassung und Veamtenverhältnisse der Kongokolome.
Durch königlichen Erlaß vom 28. März 1912 ist die territoriale Verwaltung von Belgisch-Kongo realisiert und das Gebiet in 22 Distrikte geteilt worden, deren Namen folgende sind: der untere Kongo, der mittlere Kongo, Leopold H.-See, Äquatorgebiet, Lulonga,