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Erster Teil. Geschichtliches über Belgisch-Kongo.
dem Niedergange der portugiesischen Macht und dem Hinsiechen ihrer Kolonien doch immer tiefer. Heute sind von ihrer ehemaligen Größe kaum mehr einige Ruinen zu sehen.
Unter den Provinzen, die das alte Königreich Kongo bildeten, sind besonders zu nennen: Songo, Bamba, Sundi, Pango, Batta und Pembo. Die wichtigste und größte war die zuerst genannte, Songo oder Sonho. Allein sie war stets ein sehr unsicheres Besitztum: ihr Mani oder Häuptling kam dem Könige an Macht ungefähr gleich, regierte selbständig und weigerte sich nur zu oft, den König als seinen Oberherrn anzuerkennen. Blutige Kriege wurden namentlich um die Mitte des 17. Jahrhunderts zwischen Songo und San Salvador geführt, und sowohl der Monarch als der Vasall Daniel da Silva riefen die Holländer zur Hilfe. Diese grausamen Bürgerkriege trugen viel zum Falle des alten Kongoreiches bei.
Die Internationale Afrikanische Gesellschaft.
Zwei Konferenzen sind dem neuen Kongostaate Marksteine geschichtlicher Entwicklung: die von Brüssel im Jahre 1876 und die, die in den letzten Monaten des Jahres 1884 bis März 1885 in Berlin getagt hat.
Am 12. September 1876 versammelte sich im königlichen Schlosse zu Brüssel eine beträchtliche Zahl von Entdeckern und Gelehrten. Im Dienste der Wissenschaften hatten die einen ihr Leben schon häufig tropischer Sonne und äquatorialem Fieber, den Stürmen des Meeres, den Schrecken des Urwaldes, den Gefahren der Wüste ausgesetzt; im Dienste derselben Wissenschaft waren die anderen zu hohen Würden gelangt und versahen friedlichere Ämter. Anwesend waren die Präsidenten der geographischen Gesellschaften; unschwer errät man an den Namen die Vertreter der Großmächte: Sir Rutherford Alcock, de la Ronciöre le Noury, Commendatore Negri, Semenoff, v. Richthofen und Hochstetter. Ferner nahmen teil an den Verhandlungen Sir Bartle Frere, Rawlinson, Laveleye, Cameron, Lux, Grant, Rohlfs, Schweinfurth, Nachtigal und andere berühmte Kenner des dunklen Erdteiles. Man vermißte Lesseps und A. Petermann. Waren auch damals beide verhindert, der Einladung des Königs Folge zu leisten, so haben sie doch später das in Brüssel begonnene Werk gleichfalls