56 Zweiter Teil. Geographisch-Wirtschaftliches über Belgisch-Kongo,
Gebirge, Klima, Fauna, Flora.
Im allgemeinen eben, wird das Kongogebiet nur von einzelnen mäßig hohen Bergzügen besetzt. Die Kongogebirge werden wohl am besten in zwei Massengebirge eingeteilt, von denen das eine nördlich, das andere südlich parallel mit dem Strome läuft; beide ziehen sich fünf Längengrade hindurch am Kongo aufwärts; der nördliche Stock sendet seine Ausläufer bis nach dem Niadital, das zwei Breitengrade nördlich vom Kongo liegt, während der südliche Teil sich noch bedeutend weiter nach dem Innern des Landes zu erstrecken scheint. Sie bestehen aus lauter Kuppen und Schluchten mit auseinanderlaufenden Zügen, haben häufig zwischen den einzelnen Bergzügen Hochebenen von größerer oder geringerer Ausdehnung, in die dann wieder tiefe Täler eingeschnitten sind. Ihrer Höhe nach sind sie zu den Mittelgebirgen zu rechnen; sie erreichen ihren Höhepunkt hinter dem Stanley-Pool, wo sich die höchsten Gipfel gegen 5000 Fuß über den Meeresspiegel erheben. Mannigfach wechselnd folgen westöstlich aufeinander Glimmerschiefer, Hornblendegneis, Ouarzschiefer, dann rote Sandsteine, Granit und große Strecken Latent auf tertiären Schichten: an der Küste bilden einen schmalen Streifen jüngeres Tertiär und Alluvium, welch letzteres ebenfalls die mittleren Lagen des Kongobeckens bedeckt.
Da das ganze Stromgebiet des Kongo in der heißen Zone liegt, ist natürlich die Temperatur auch überall sehr hoch, besonders an den Meeresufern. Selbstverständlich läßt die Höhe der Wärme in dem Grade nach, als sich das Gelände erhebt; doch hat Boshart unter Tage nie eine eigentliche Frische empfunden, ausgenommen auf den höchsten Bergesgipfeln.
Die Thermometerbeobachtungen ergaben als Resultat nie mehr als 35° Celsius im Schatten, nachmittags um 2 Uhr als der heißesten Tageszeit; nie unter 17° des Morgens nach Sonnenaufgang. In der Sonne 60 bis 68° je nach der Jahreszeit.
Der Himmel gewährt an der Küste wie im Innern denselben Anblick und ist während eines großen Teiles des Jahres von bemerkenswerter Klarheit. Der Küste entlang machen sich die Brisen ebenso bemerkbar, wie in den anderen Partien der heißen Zone, und ihre Wirkung erstreckt sich bis auf 100 Stunden ins Innere. Weiter