Zweiter Teil.
Geographisch-Mrtschaftliches über Belgisch-
Kongo.
Das Kongogebiet und der Kongostrom.
er Kongostaat, der das gewaltige Gebiet von fast 2^ Millionen Quadratkilometern mit einer verschieden geschätzten Bevölkerung von etwa 20 Millionen Einwohnern umfaßt, stößt nur mit einer kleinen Küstenstrecke an den Atlantischen Ozean. Im Norden wird er — wir geben die Grenze nur summarisch an — von Portugiesisch-Kabinda und Französisch-Kongo, im Osten von Britisch-Ostafrika und Deutsch-Ostafrika, im Süden von Britisch- Zentralafrika-Protektorat eingeschlossen. Durch die Anglicderung von Neukamerun oder Deutsch-Kongo sind wir an einem allerdings nur wenige Kilometer breiten Streifen bis zum größten der westafrikanischen schiffbaren Wasserwege, dem Kongo, vorgedrungen, indem unsere Grenze bei Bango am Sanga diesen Strom berührt. Im großen und ganzen darf man das trotz der Forschungsreisen, an denen auch Deutschland einen hervorragenden Anteil genommen hat, noch nicht vollständig erforschte Gebiet in drei natürlich begrenzte Abschnitte zerlegen: in das Gebiet des oberen Kongo mit über 2 Millionen Quadratkilometern, in das des unteren Kongo mit etwa 12 Millionen Quadratkilometern und in die dazwischenliegende 400 Km breite Zone der Fälle. Schon diese Einteilung beweist, welche Bedeutung dem Riesenstrome zufällt, dem der Staat selbst seinen Namen verdankt. Freilich ist der Kongo, dieser „edle Strom", wie ihn Stanley nennt, recht oft umgetauft worden. Die Eingeborenen nennen ihn kurzweg »Fluß", also je nach den einzelnen Dialekten Nsari, Niadi, Njadi, Niari usw. Daraus ist wahrscheinlich der Name Zaire entstanden. So hieß „der Gewaltige" bei den Portugiesen, nachdem er längere Zeit die von seinem Entdecker Diego Cäo 1484 ihm gegebene Be-