Erster Teil.
Geschichtliches über Velgisch-Kongo.
Zur Entdeckungsgeschichte des Kongogebietes.
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Lichts ist bezeichnender für den raschen Pulsschlag unseres Zeitalters als die Tatsache, daß die Besitzfrage über einen in einem gänzlich unzivilisierten wilden Kontinent fließenden Strom schon zehn Jahre nach seiner ersten Befahrung durch einen weißen Mann die ganze politische Welt in einen bis zur Siedehitze gesteigerten Zustand der leidenschaftlichen Erörterung versetzen konnte und seither immer wieder in den Vordergrund des politischen Interesses getreten ist, obwohl doch schon fast 400 Jahre vorher jener Strom entdeckt worden war.
Freilich hat auch in diesen 400 Jahren, die seit der Entdeckung des Kongo verflossen waren, der Streit um den Besitztitel und die Souveränität in seinem Gebiete nicht geruht und vielfach zu langwierigen diplomatischen Aktionen geführt. Aber dennoch haben wenige Jahrzehnte unseres Zeitalters genügt, um die ganze Frage, wenn nicht zu lösen, so doch ihrer Lösung näher zu führen.
Diese Frage ist die Kongofrage, und es ist hinlänglich bekannt, daß mit ihr unauflöslich verknüpft ist die Persönlichkeit eines Mannes, der, wie wenige vor ihm, von der Parteien Gunst und Haß getragen worden ist und der auch heute noch in einem nicht durchweg der Wahrheit entsprechenden Bilde erscheint.
In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts legte der kühne Prinz Heinrich, der Seefahrer, durch seine Unternehmungen längs der Westküste Afrikas den Grund zu Portugals Größe. Unter ihm umsegelte im Jahre 1434 Gil Evannes das gefurchtste Kap Bojador, vor dessen Brandung alle früheren Schiffer erschrocken zurückgewichen waren. Schon zwei Jahre später umschiffte man das Weiße und 1444 das Grüne Vorgebirge, im Jahre darauf das Palmenvorgebirge und hatte
Wiese, Belgisch-Kongo, 1