Druckschrift 
Ueber das Verhältniß der freien Hansestädte zum Handel Deutschlands / von einem Bremer Bürger
Entstehung
Seite
189
Einzelbild herunterladen
 

Nationalwoblstand vernichtet, schon so oft ist, und das Ge- gcntbeil, so sehr es auch in die Augen fällt, erst so spät zur Un­tersuchung gekommen ist. Luther, dis zu dessen Zeiten be­kanntlich die süddeutschen Städte es hauptsächlich waren, welche Deutschland mit den Waaren deS Luxus aus dem Orient versorgten, sagt:Es wäre hoch noth, ein gemein Ge­bot und Bewilligung deutscher Nation wider den überschweng­lichen Überfluß und Kost der Kleidung, dadurch so viel Adel und reiches Volk verarmt. Hat Loch. Gott uns wie andern Landen genug gegeben, Wolle, Haar, Flachs und alles, das zu ziemlicher Kleidung jedem Stande reichlich dient, daß wir dürfen nicht so greulich großen Schatz für Seide, Sammt, Guldenstüek, und was ausländischer Waarc ist, so gcudisch verschicken. Wäre auch Noth weniger Specerci, das auch eins der großen Schiffe ist, darin das Geld aus Deutschland geführt wird."Auch den Fuggern (in Augsburg) und dergleichen Gesellschaften müßte man einen Zaum ins Maul legen."

Was würde Luther sagen, wenn er wiederkehrte, und sähe, Laß nach dem drcihundertjährigenvermcinten Hinwegzie­hen des Geldes, nach der Ungeheuern Vermehrung der Be­dürfnisse aus der Fremde, Deutschland ungleich reicher, ungleich bevölkerter als zu seiner Zeit ist; Und was würde er sagen, daß man aus densclbigen Gegenden, deren Kaufmannschaft einen Zäum anzulegen er für n'vthig erklärte, nun räth, Len Kaufleuten in Hamburg und Bremen ihren Handel zu vcr-