Druckschrift 
Das Deutsch-Ostafrikanische Schutzgebiet / im amtl. Auftr. von Karl Peters
Seite
308
Einzelbild herunterladen
 

308

III. 0. 1. Das südliche Küstengebiet.

Einteilung.

Mohoro-Gebiet.

Die nachfolgende Darstellung wird sich naturgemäß am besten in zwei Teile gliedern, nämlich 1. das Küstengebiet mit den dahinter ge­legenen Landschaften vorwiegend suaheliartiger Bevölkerung, wie Wan- gindo, Wamwera, Makonde und Makua; 2. das Nyassa-Seegebiet mit dem im Osten vorgelagerten Hochplateau, auf dem Magwangwara und die ihnen angegliederten Stämme suluartigen Gepräges wohnen. Die Grenze zwischen beiden Gebieten wird etwa durch 37 o ö. L. gebildet.

1. Das südliche Küstengebiet.

Zwischen dem Delta der Rufiyi-Mündung und der Bucht, in welche der Mohoro sich ergießt, hat die Küste einen außerordentlich zersetzten Charakter. Ein ganzes Gewirre von Creeks schneidet ins Land ein, von denen einzelne mit einem oder dem andern der beiden Flüsse in Verbindung stehen, andere dagegen nur Salzwasserlagunen darstellen. Nur nach den großen Regenzeiten steht oft dieses ganze Küstengebiet unter Wasser, und dann bildet auch der Mohoro-Fluß einen Mündungs­arm des Rufiyi. Die Küstenlinie verläuft auf dieser Strecke bis zum Ras Pombwe im Norden der Mohoro-Bucht im wesentlichen in südwest­licher Richtung. Das Hinterland stellt nach Elton und v. Behr ein äußerst reiches Alluvium von schier unerschöpflicher Triebkraft dar. Weite wogende Felder von Mais und Sesam, oder üppigstrotzende Anlagen von Reis, Hirse, Erdnüssen und Erbsen geben der Landschaft den wuchernden Charakter der Tieflandmarschen. Eine Reihe von Dörfern dehnen sich am Mohoro-Fluß aus, von denen Bungue oberhalb der Mündung als Nebenzollamtsstation zu erwähnen ist. Der Mohoro ergießt seine Gewässer in zwei Armen in die gleichnamige Bucht. Seine jähr­lichen Überschwemmungen geben dem Boden immer wieder frische Kraft, so daß der Ackerbau aus eigentliche Düngung hier ganz verzichten kann. Die große Regenzeit beginnt, je weiter wir gegen Süden kommen, um so früher. Im Rufiyi-Mohoro-Delta setzt sie bereits im Dezember ein, dem Rovnma zu sogar schon im November. Dem entsprechend hat auch die Feldarbeit andere Perioden als im Norden.