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Das Deutsch-Ostafrikanische Schutzgebiet / im amtl. Auftr. von Karl Peters
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Märu.

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geschützt, ist kriegerisch und wegen ihrer Beutezüge am Kilima-Ndjaro, ja bis nach Kisiwani und Ukamba hin sehr gefürchtet. Der deutschen Herrschaft hat sie sich erst nach der Niederlage Moshis unterworfen.

In den letzten Jahren war Ober-Arusha, welches früher einen be­suchten Karawanenmittelpunkt darstellte, auch wiederholt den Suaheli­karawanen von der Küste verschlossen. Jetzt hat Kompagnieführer Johannes, welcher den Platz mit einer starken Expedition besuchte, ge­ordnete Verhältnisse eingeführt. Die Eingeborenen betreiben Ackerbau,

Viehzucht und Jagd; daneben verstehen sie, wie die Wagueno und Wadjagga die Kunst der Eisenbearbeitung.

Damit haben wir die Beschreibung der nördlichen Abdachung zu Scl,l»,mrtcil. Ende gebracht. Wenn wir dieselbe zusammenfassend noch einmal über­schauen, so finden wir, daß sie alles in allem 780 Quadratmcilen Steppe mit 215 Quadratmeilen Hochland umfaßt. Es ist demnach das Ver­hältnis von Steppe zu Gebirgsland etwa wie 11 : 36 oder nicht ganz 1 :3. Auf diesem Raume wohnen nach unserer Berechnung rund 160000 Menschen. Von diesen Gebieten kann für die wirtschaftliche Erschließung im wesentlichen zunächst nur das Gebirgsland in Frage kommen; aber wir haben gesehen, daß dieses dem an Plantagenbau und teilweise auch deutsche Besiedlung zu stellenden Anforderungen fast durchweg entspricht und in einzelnen Teilen sogar sich zur Güte aller­ersten Ranges erhebt. Es war demnach nicht unberechtigt, wenn die wirtschaftliche Erschließung des ostafrikanischen Schutzgebietes hier ein­gesetzt hat. Ein Eisenbahnbau, welcher sich an das Gebirgsland an­schließt, wird die nötige Vorbedingung auch für die Besiedelnng dieser Landstriche bieten.

3. Are nördlichen Kravengebrete.

Wir haben jetzt einen Teil des Schutzgebietes zu beschreiben, welcher als eine der wenigst wertvollen Landflüchen Dentsch-Ostafrikas bezeichnet werden muß. Ein Gebiet, das in seiner Hauptmasse mehr oder weniger trockene Savanne darstellt, in welcher nur auf hydrographisch begünstigten Strecken Kultnrgebiete ausgelagert sind. Es ist das weite Land, welches