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Das Deutsch-Ostafrikanische Schutzgebiet / im amtl. Auftr. von Karl Peters
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III. 1. Die nördliche Küste.

Kenntnis der Länder entlang der nördlichen Grenze, zwischen Indischem Ocean und der Nordseite des Kilima-Ndjaro, erworben.

Für die Beschreibung der Küste bin ich dem hydrographischen Amt und Herrn Korvettenkapitän v. Halfern für sehr wertvolles Akten- und Kartenmaterial zu Dank verpflichtet; insbesondere für den Teil zwischen Wanga und Tanga. Bekanntlich hat Herr v. Halfern die Vermessungen geleitet, welche S. M. KreuzerMöve" hier im Jahre 1892/93 vorgenommen hat, und derselbe hat in seinen dienst­lichen Berichten auch eine Reihe sehr schätzenswerter allgemeiner geo­graphischer Notizen zusammengebracht.

Alles in allem fehlt es an Quellenmaterial für diesen Teil unserer Kolonie in keiner Richtung, und meine Aufgabe in folgendem besteht demnach in erster Linie in der kritischen Sichtung desselben und der anschaulichen Darstellung aus der Fülle des Vorhandenen.

1. Die nördliche Küste.

Die deutsch-ostafrikanische Küste beginnt im Norden beim Ras Iimbo unter 40 41' 24" südl. Br. Sie wird, wie wir gesehen haben, durch Korallenkalk gebildet, dem sich dem Inland zu eine schmale Jura- und Thonschieferzone anschließt, welche ihrerseits wieder an die Gneis- formation des Innern angrenzt.

Die Richtung der Küste ist vorwiegend Nord-Nordost, und sie ist in ihrer ganzen Ausdehnung durch eine Erhebung von Korallenriffen entstanden, derart, daß zwei Korallenriffe von Norden nach Süden parallel laufen: ein eigentliches Küstenriff und, in einer Entfernung von vier bis fünf Kilometern davon, ein Wallriff. Beide erheben sich stellenweise bis zu zehn Meter über dem Meeresspiegel und bilden da­durch eine Reihe von Inseln und Halbinseln. Die Kanäle und Buchten zwischen beiden Riffen sind großenteils flach und haben nur nördlich und südlich der Insel Kwale, in der Mansa- und Kwalebucht, ferner in der Tangabucht beträchtliche Tiefen, und bilden dadurch die guten Häfen dieser Küste, neben einer Reihe anderer Ankerstellen, welche nur für kleinere Fahrzeuge brauchbar sind.