Wembere-Grabcn.
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Daß diese wirtschaftliche Epoche durch Ansiedelung von Wanjamwesis einzuleiten sei, wie Baumann vorschlägt, halte ich nicht für zweckmäßig, da diese für die Auswahl der geeignetsten Ansiedelnngsplütze doch geradezu Konkurrenten der europäischen Besiedelung werden würden, und solche Kolonien für einen rationell betriebenen Steppeneisenbahnbau zur Beschaffung von Proviant nicht nötig sind, wie die nordamerika- nischen Eisenbahnen beweisen. Die Bahn selbst muß die Verbindung mit dem Rücken auch für Verproviantierungszwecke immer festhalten. Daß aber für die intensive Nutzbarmachung eines Landes die europäische Besiedelung ganz anderes leistet, als eine solche durch Wanjamwesi, braucht nicht erst bewiesen zu werden. Dies ergibt sich schon aus den mehr als zehnfach größeren Bedürfnissen des weißen Kolonisten.
Wir fanden ferner als Eigentümlichkeit der Grabengebiete ihren großen Reichtum an Kochsalzlagern, der ebenfalls dazu beitrügt, ihnen eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung für Afrika zu verleihen. Wer weiß, wie arm der große Block dieses Erdteils an Salz ist, und welchen Wert als Handelsartikel dasselbe überall hat, der wird diese Bedeutung nicht zu gering anschlagen. Von hier aus werden bei entwickelteren Verkehrsverhältnissen die Wanjamwesi- und Victoriasee-Länder, sowie die Gebiete des Südens mit dem überall sehr schmerzlich vermißten Mineral versorgt werden können, und es ist unzweifelhaft, daß dies in Zukunft zu einer gewinnbringenden Industrie führen wird.
Es darf aus diesen Gründen auch für diesen sicherlich am wenigsten bewässerten Teil Deutsch-Ostafrikas festgehalten werden, was ich früher einmal für das Schutzgebiet im allgemeinen ausgesprochen habe, daß sich nämlich seine Lebensbedingungen nirgends auf größere Strecken unter die Grenze absenken, wo sie für die europäische Besitzergreifung überhaupt wertlos werden. Auch die Grabengebiete eröffnen noch Aussichten genug, um europäische Kulturarbeit in ihnen verlockend erscheinen zu lassen.
4. Das Mctorialee-Keöiet.
Mit den Victoriasee-Ländern gelangen wir in ein hydrographisches ' Gebiet, welchem im Norden die Alpen, Apenninen und Pyrenäen, die Rhone, der Po, die Etsch und der Ebro angehören, in das
Peters, Das deutsch-ostafrikanische Schutzgebiet.