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Das Deutsch-Ostafrikanische Schutzgebiet / im amtl. Auftr. von Karl Peters
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I.

Wirtschaftliche KalomalPolitil!.

chloniale Unternehmungen entspringen wirtschaftlichen Bedürfnissen der Völker. Wenn wir die Kolonialgründungen aller Zeiten, von denen der Araber am Indischen Ocean und der Phöniker im Mittelmeer an bis zu denen der Holländer und Engländer in unseren Tagen, prüfen, finden wir letzten Endes immer zwei Motive oder Ursachen, aus denen sie entstanden sind. Entweder galt es, den Überschuß der ein­heimischen Bevölkerung in der Fremde zu versorgen; dies führte zu An­siedelungen, welche zunächst zwar in mehr oder weniger innigem politischen Zusammenhang mit dem Mutterlande blieben, später jedoch in der Regel zu selbständigen Gemeinwesen herauswuchsen. Oder es kam darauf an, für den Haushalt der Nation neue Erwerbsquellen zu eröffnen dies führte zu Handelskolonien und zur Besitzergreifung von Ländern als Absatzgebieten für die heimische Industrie oder schließlich zur Eroberung von Territorien, in denen umgekehrt für den Verbrauch des Mutter­landes und den Weltmarkt fremdartige Produkte geschaffen werden konnten, d. h. zu Plantagen-Kolonien.

Die Fürsorge für die Angehörigen der eigenen Rasse, denen die FssAAu-, Heimat eine Existenz nicht mehr zu bieten vermag, ist- zu allen Zeiten von den energischeren und kulturtragenden Völkern als eine nationale Pflicht anerkannt worden. Besonders dadurch stempeln sie sich als die weltgeschichtlichen Nationen ab. Indem sie, in der Regel dnrch Ein­setzen der politischen Machtmittel des Staates, dem Auswandererstrome neue Stätten in der Fremde sichern, bewirken sie die Ausbreitung der

Peters, Das deutsch-ostafrikaiiische Schutzgebiet. 1