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Das Deutsch-Ostafrikanische Schutzgebiet / im amtl. Auftr. von Karl Peters
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L. Die Mitte.

Mit dem mittleren Drittel der deutsch-ostafrikanischen Kolonie kommen wir in ein lang bekanntes Gebiet. Es ist das Stück unseres Schutz­gebietes, auf welchem sich seit vielen Jahrzehnten der arabische Kara- wanenverkehr in seiner klassischen Gestalt entwickelt hat; und, wenn man ausspricht, daß Deutschland durch seine Besitzergreifung in Ostafrika die Kontrolle der großen Karawanenstraßen nach Centralafrika in seine Hand gebracht habe, so hat mau vornehmlich diese Mitte unseres Ge­bietes vor Augen. Hierher wendete sich auch die europäische Forschung mit besonderem Nachdruck. Die alten berühmten Reiserouten, welche mit der Eutdeckungsgeschichte Mittelafrikas unauflöslich verknüpft bleiben werden, liegen meistens auf dem nun zu beschreibenden Teil der Land­karte. Ich brauche nur an Namen wie Burton und Speke, Livingstone, Cameron, Stanley, Reichard, Wißmann, denen sich eine ganze Reihe anderer Forscher in jüngster Zeit angeschlossen haben, zu erinnern, um dies darzuthun. Hier stehen wir größtenteils auf genau bekanntem Ge­biet. Ich selbst kenne von den Landschaften der Mitte den Nordosten von Unyamwesi und die Länder von der Mgunda Mkali bis zum Indischen Ocean durch Augenschein und bin demnach auch hier für weite Strecken in der Lage, persönliche Anschauung mit der vorliegen­den Quellenliteratur zu verbinden.

Das mittlere Gebiet umfaßt ruud ohne die Wasserfläche des Tan- ganyika 7550 Quadratmeilen oder 422 000 Quadratkilometer. Vom Victoriasee kommend, beginnen wir seine Beschreibung am natürlichsten an seiner westlichen Grenze mit dem Tanganyika-See.