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Das Deutsch-Ostafrikanische Schutzgebiet / im amtl. Auftr. von Karl Peters
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6. Der Süöen

Während der Norden unserer Kolonie seinem weitaus größeren Flüchenraum nach von Härmten oder Halbhamiten bewohnt ist, und die Bevölkerung der Mitte ihrer Mehrzahl nach ans suaheliartigeu Bantu besteht, so gelangen wir südlich vorn Nufiyi in Landschaften hinein, wo Sulus oder doch sulnartige Bantu vorherrschend sind.

Wir haben bereits bei der Beschreibung von Khutn, Mahcnge und Uhehe die gegen Norden gerichtete Wandertendenz dieser Rasse feststellen können, wie sie in den Plünderungszügcn der Masiti und Wahehe hervortritt, und welche das Gegenstück bildet zu dem von Nord nach Süd gewendeten Einbruch der Härmten über Central-Ostafrika, der durch den Eroberungszug der Wahuma und Massais mit den dahinter schiebenden Gallas und Somalis dargestellt wird. Im Zusammenstoß zwischen Wahehe und Massais, welcher vor etwa einem Jahrzehnt im Norden von Ugogo stattfand und mit dem Rückweichen der Wahehe endete, sowie im Vorstoß der Watuta oder Wangoni bis in die hamiti- schen Waha hinein berührten sich die beiden Völkerwogen zum ersten­mal; und es kann keine Frage sein, daß sie in absehbarer Zeit aus der ganzen Linie znsammengeplatzt sein würden, wenn nicht die europäische Besitzergreifung in diese Dinge ebenso zersetzend eingegriffen Hütte, wie dies seiner Zeit in Südafrika der Fall gewesen ist.

Über diese Völkerverschicbungen in Central- und Südafrika hat Dr. Karl Barthel vor kurzem einen interessanten Aufsatz veröffentlicht (Mitteil. des Vereins für Erdkunde zu Leipzig 1893), in welchem er insbesondere die Bewegungen der Sulu-Stümme auf ihre letzten Ursachen