Druckschrift 
Deutsche Kolonien : Koloniales Lesebuch zur Einführung in die Kenntnis von Deutschlands Kolonien und ihrer Bedeutung für das Mutterland / ausgew., eingel. u. m. e. Sachreg. vers. von Willy Scheel
Entstehung
Seite
159
Einzelbild herunterladen
 

14.

Auf den Spuren der Hereros.

Dargestellt von der Kriegsgeschichtlichen Abteilung I des Großen Generalstabes.

Als sich die deutschen Abteilungen im September 1904 bei ihrem weiteren Vormarsch dem Feinde näherten, floh dieser aus seinen Stellungen bei Okowindombo und Otjimbinde, ohne an Widerstand zu denken, in östlicher und südöstlicher Richtung. Der Abteilung Deimling gelang es, mit der Kolonne Wahlen einen Teil des flüch­tigen Gegners am 5. September noch bei Okowindombo zu stellen; aber nach schwachem und kurzem Widerstand wich der Gegner nach Südosten zurück. Die Abteilung Estorff, die am 5. September von Otjimbinde aus unverzüglich den nach Osten entweichenden Hereros gefolgt war, holte sie am 9. September bei Owinaua-Naua ein und stellte sie zum Kampfe; auch hier floh der Gegner nach kurzem Widerstände teils dem Eisebfluß entlang, teils in südöstlicher Richtung.

Der Versuch, den Feind erneut zum Kampf zu stellen, hatte keinen Erfolg gehabt; die kopflose Flucht, mit der er allenthalben davoneilte, sobald sich auch nur in der Nähe eine deutsche Abteilung zeigte, bewies, daß seine Widerstandskraft durch die Kämpfe am Waterberge vollkommen gebrochen war.

Die Aufklärung der nächsten Zeit ergab, daß die Hereros ihre Flucht teils dem Eiseb, teils dem Epukiro entlang fortsetzten. Nun­mehr wurden die Abteilungen des 1. Feldregiments am Eiseb in der Gegend von OkatawbakaOtjinene zusammengezogen zur Verfolgung der im Eisebrivier zurückweichenden Hereros, während das 2. Feld­regiment unter Oberst Deimling sich in der Gegend von Epukiro KalkfonteinSturmfeld vereinigen und den im Epikuroflußbett befind­lichen Teilen des Feindes folgen sollte.