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Das Biologisch-Landwirtschaftliche Institut Arnani.
Hermann Paasche.
Mehr als einmal habe ich in dem bisher Besprochenen darauf aufmerksam gemacht, daß man aus dem Stadium der Versuchswirtschaft in der Kolonie noch nicht heraus ist und vor allem, daß die meisten Plantagen älterer Zeit große vergebliche Opfer an Geld und Mühe gebracht haben, weil man Boden und Klima der ausgewählten Plantagen nicht genügend kannte, nicht wußte, welche Varietäten sich am besten für die dortigen Verhältnisse eignen würden und ob die angewandten Pflanz- und Kulturmethoden die richtigen seien. Vielfach ist mir im Gespräch mit Pflanzern und Kaufleuten die Meinung entgegengebracht, daß es doch eigentlich Aufgabe der Regierung sei, belehrend zu wirken und Versuche, die zu kostspielig für den einzelnen Pflanzer sind, auf Kosten der Gesamtheit auszuführen. In gewissen, bescheidenen Grenzen kann man der Regierung diese Kulturaufgabe zuweisen, und das biologisch-landwirtschaftliche Institut zu Amani ist wesentlich zu diesem Zweck begründet worden. Verwies ich darauf, so habe ich häufig statt warmer Anerkennung nur Zweifel gehört, ob ein derartiges Institut mit vornehm klingendem Namen, mit Fachgelehrten von hervorragendem, wissenschaftlichem Ruf besetzt, wohl in der Lage wäre, den praktischen Bedürfnissen der Kolonie zu entsprechen. Es herrschte offenbar noch ein gewisses Vorurteil gegen die dort begonnene Arbeit, aber ebenso auch eine große Unkenntnis dessen, was man in den schönen Bergen Ost- usambaras bereits geleistet und begonnen hatte. Ich gestehe offen,