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Brandenburg-Preußen auf der Westküste von Afrika. 1681 bis 1688.
(Kolonie und Beste Groß-Friedrichsburg.)
Verfaßt vom Großen Generalstabe, Abteilung für Kriegsgeschichte.
Der lebhafte Anteil, den die Nation neuerdings den zukunftsreichen Unternehmungen entgegenbringt, welche eine kraftvolle, zielbewußte Staatsknnst auf überseeischem Gebiete einzuleiten verstand, hat vielfach die Erinnerung zurückgelenkt auf jene Zeiten, in denen die Brandenbnrgisch-Preußische Flagge von den Wällen stattlicher Festungswerke auf der Westküste Afrikas wehte.
Der historische Sinn, welcher mit pietätvollem Eifer die Spuren und Fäden verfolgt, die Vergangenheit und Gegenwart verknüpfen, findet in jenen Unternehmungen, die der Große Kurfürst mit weitem staatsmännischen Blick und mit entschlossener Ausdauer vor 200 Jahren ins Leben rief, verheißungsvolle Mahnung, ein Werk von neuem zu beginnen, das damals lediglich an der politischen Ungunst der Zeiten und an der Kleinlichkeit der staatlichen Zustände Deutschlands zugrunde gegangen war.
Neben dem allgemeinen geschichtlichen Interesse, das sich den Kolonialbestrebungen unter dem letzten Brandenburgischen Kurfürsten und unter dem ersten Preußischen Könige zuwendet, beansprucht aber auch deren militärische Seite volle Beachtung, zumal die damals an der Westküste von Afrika angelegten Befestigungen Ausgangs- und Mittelpunkt waren für den gesamten Kolonialbesitz, für Handel und Seeverkehr. Die Bedeutung der dort geschaffenen militärischen Anlagen tritt sogar in den Vorstellungen und Aus-