Druckschrift 
Deutsche Kolonien : Koloniales Lesebuch zur Einführung in die Kenntnis von Deutschlands Kolonien und ihrer Bedeutung für das Mutterland / ausgew., eingel. u. m. e. Sachreg. vers. von Willy Scheel
Entstehung
Seite
52
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Dar es Salarn, die Hauptstadt der Kolonie.

Hermann Paasche.

Der Weg von Tanga nach Dar es Salam pflegt für die Dampfer der Deutfch-Ostafrikalinie über Zanzibar zu gehen, und ich hatte mich längst darauf gefreut, dieses landschaftlich vielgerühmte und volkswirtschaftlich interessante Eiland kennen zu lernen, das die Eng­länder sich sicherten, als sie in der unglücklichen Eaprivischen Periode das kleine Helgoland und die Anerkennung unserer afrikanischen Be­sitzungen gegen die Überlassung des Sultanats Witu eintauschten. Aber meine Sehnsucht, mich an Ort und Stelle über den Wert oder Unwert dieser kleinen Kolonie zu überzeugen, und mir ein Urteil zu bilden, ob wirklich der Hafen von Zanzibar dauernd der Mittelpunkt des ostafrikanischen Handels und der Stapelplatz aller Ein- und Ausfuhrartikel sein müsse, konnte diesmal leider nicht in Erfüllung gehen, weil die Pest jede Annäherung der Schiffe un­möglich machte. Jedenfalls wäre das Wiederverlassen der verseuchten Insel bei den strengen Qnarantänevorschriften, die an der deutschen Küste gehandhabt werden mußten, nur mit großen Schwierigkeiten verbunden gewesen. So konnte ich nur von dem der Küste ziemlich fern gelegenen Dampfer aus einen flüchtigen Einblick gewinnen, und der Eindruck, den die offene Reede von Zanzibar bot, mit dem dürftigen Sultanspalast und den nicht gerade sonderlich stattlichen Häusern, die an der Küste sich entlang ziehen, war kein über­wältigender.

Um so erfreulicher gestaltete sich das Bild, als unser Dampfer nach wenigen Stunden ruhiger Jährt zwischen den Korallenbänken,