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Durch das Jaunde-Land zur Jaunde-Station.
Hans Dominik.
Am 12. Juli 1894 war meine kleine, 180 Köpfe zählende Polizeitruppe auf dem Exerzierplätze zu einer letzten Musterung angetreten. Auf dem Flügel standen unter dem Büchsenmacher Zimmermann die 75 ausgesuchten Leute, die mit mir nach Jaunde hinaufmarfchieren sollten. Nur 25 Sudanesen und neugeworbene Rekruten von der Westküste blieben unter dem Feldwebel Krause zurück. Alle waren sie mir lieb und wert geworden durch ihren Eifer, ihre treue Anhänglichkeit und Ergebenheit. Einige kurze Worte als Ermahnung, sich brav und tüchtig zu halten, dann ließ ich wegtreten, und die Lasten, die aufgestapelt im Schuppen standen, wurden einer letzten Prüfung unterzogen. Die Soldaten aber, die morgen in den Busch ziehen sollten, vereinigten sich noch einmal mit ihren Kameraden und Frauen, um tanzend und singend Abschied zu feiern. Weithin hallten ihre Trommeln, ihr wildes Jauchzen und Kreischen durch die stille Nacht, als wir Europäer vereint auf der Kommandobrücke des „Sperber" saßen und gleichfalls Abschied feierten. Einem neuen Leben ging es entgegen: zum ersten Male allein weit hinein nach Jnner-Kamerun.
Um 6 Uhr schon am anderen Morgen war alles auf die „Nachtigall", die bereit an der Brücke lag, verladen, die zurückbleibenden Soldaten standen in langer Linie aufmarschiert, Frauen und Kinder drängten sich heran, den Scheidenden noch die Hand zu reichen. Ein lauter Pfiff, langsam ging die Maschine an, zuerst beim Kap Suellaba vorbei, dann hinaus in die offene See. Der