XV. Eingeborenenfrage.
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I.
Die Eingeborenenfrage in Kolonien ist zum erstenmal den Spaniern entgegengetreten. Die dem Kolumbus 1493 erteilte Instruktion wies ihn an, die Bewohner der neuen Welt gut und liebevoll zu behandeln, um sie der Bekehrung zum Christentum geneigt zu machen, und alle Ausschreitungen gegen sie nachdrücklich zu bestrafen. Die Verhältnisse machten die Beachtung dieser Vorschriften unmöglich. Krone und Bevölkerung Spaniens erwarteten von dem Entdecker nicht allein baldigen Ersatz aller Kosten, sondern auch große Keichtümer aus den von ihm so überschwänglich gepriesenen, neu gefundenen Gebieten. Diesen Erwartungen nicht zu entsprechen, hätte ihn arg bloßgestellt und den Eifer zur Fortsetzung der Entdeckungen erkalten lassen. Wollte er aber aüs den weiten jungfräulichen Gebieten der neuen Welt den gehofften Nutzen ziehen, so handelte es sich darum, in irgend einer Weise ihre natürlichen Keichtümer auszubeuten. Dazu bedurfte es der freien Verfügung über das Land und seine Bewohner. So entschloß sich Kolumbus, ohne jede Rücksicht auf Wohl und Wehe der Eingeborenen, über ihr Land, ihre Arbeitskraft und ihre Person zu verfügen. Wer nicht als Sklave nach Spanien oder andern Gebieten versandt wurde, sah sich mit dem Land, auf dem er wohnte, irgend einem Weißen zu freiem Eigentum überwiesen und gezwungen, bestimmte Arbeiten auszuführen. Entzogen sie sich dem Zwange durch die Flucht oder em-
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