VII. Sklaverei.
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I.
Als erste unter den europäischen Völkern haben die Portugiesen Negersklaven in größeren Mengen verwendet. Sie bezogen sie aus den Punkten der afrikanischen Westküste, welche des Infanten Heinrich Schiffe im zweiten Drittel des 15. Jahrhunderts entdeckten. Schon 1442 hören wir davon, daß seine Expeditionen neben Gold, Straußeneiern und dgl. auch Sklaven nach Lissabon brachten. 1444 wurde zum Zwecke des Sklavenhandels im portugiesischen Hafenplatze Lagos die erste Gesellschaft gegründet. 1469 bekam ein gewisser Fernando Gomez das Monopol des Handels mit Westafrika, bei dem die Sklaverei die Hauptrolle spielte. König Johann II. von Portugal zog aus dem Negerhandel schon ansehnliche Einkünfte. Die Sklaven wurden teils in Portugal selbst, hauptsächlich aber in Madeira und den Nachbarinseln beim Rohrzuckerbau verwendet. Größere Nachfrage nach ihnen entstand aber erst infolge der Entdeckung Amerikas.
Kolumbus überzeugte sich hier schon bei den ersten Ansiedelungsversuchen, daß ohne farbige Zwangsarbeit an Gewinnung von irgend welchen Waren zur Befriedigung der in Spanien gehegten Erwartungen nicht zu denken war. Bis solche Waren in nennenswerter Menge vor-
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