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Kolonialpolitik / von Alfred Zimmermann
Entstehung
Seite
59
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IV, Kolonisation durch privilegierte Unternehmungen.

Literatur. [Accarias de SerionneJ, Le commerce de la Hollande. Amster­dam 1768. P. Bonnassieux, Les grandes compagnies de commerce. Paris 1892. E. Carton de Wiart , Les grandes compagnies coloniales anglaises du XIX siede. Paris 1899. G. K. Clerk de Ileus, Geschichtlicher Überblick der Administration in der Niederländisch-Ostindischen Kompagnie. Batavia unds Hage 1894. (Bataviaasch Genootschap Verhandelingen. 1894. 3 Stücke). J. Chailley- Bert, Les compagnies de colonisation sous Vancien re'gime. Paris 1898. Pierre Decharme, Compagnies et societes coloniales allemandes. Paris 1903. Karl Tjchmann, Kolonialgesellsehaftsrecht in Vergangenheit und Gegenwart. Berlin 1896. H. Märtel, Etucle pratique sur les colonies anciennes et modernes et sur leurs grandes compagnies commerciales. Gand 1898. M. Mayer, Die Österreich. Levante-Kompagnie. Ilistor. Zeitschrift. Neue Serie. Band 14. A. Zimmer- mann. Kolonialgeschichtliche Studien. Oldenburg und Leipzig !895. ders., Welt­politisches. Berlin 1902. (Die englischen Charter-Gesellschaften).

Unternehmungen mit Holieitsrecliten.

I.

Den ersten Versuch, privilegierte Unternehmungen kolonialen Zwecken in der Neuen Welt dienstbar zu machen, hat Spanien unternommen. Als der Italiener Kolumbus an König Ferdinand mit der Bitte um Unterstützung für eine erste Entdeckungsfahrt nach Indien auf dem Wege durchs Atlantische Meer herantrat, war Spanien weder wirt­schaftlich noch politisch in der Lage, große Aufwendungen für solche Zwecke zu machen. Noch weniger wäre es imstande gewesen, die Kosten der Regierung ausgedehnter ferner Länder zu übernehmen. Um die zum Eingehen auf seine hochfliegenden Pläne wenig geneigte Regierung zu gewinnen, scheint Kolumbus ihr daher ein Vorgehen nach der Art, wie es die italienischen Republiken im 14. Jahrhundert hei ihren kolonialen Unternehmungen im Mittelmeer, die Portugiesen später hei der Be­siedelung der Madeirainseln angewendet haben, empfohlen zu haben. ')

1) Vgl. Zimmermann, Die europäischen Kolonien I. S. 5 ff.