IX. Strafkolonisation.
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I.
Die Sendung- von Verbrechern zur Zwangsarbeit nach überseeischen Gebieten ist so alt wie die moderne Kolonialpolitik. Schon bei den Vorbereitungen für eine dritte Fahrt nach Amerika|1497 regte Kolumbus, angesichts der geringen Neigung freier Leute zur Übersiedelung nach der neuen Welt, die Mitgabe von Verbrechern an. Durch ein Dekret vom 22. Juni 1497 genehmigte der König Ferdinand von Spanien die Deportation verschiedener Klassen von Verbrechern, und die 1498 abgesandte Expedition zählte unter ihren 200 Teilnehmern eine Anzahl Sträflinge. Häufig haben von da an solche Deportationen stattgefunden. Die Verbrecher wurden erst als Zwangsarbeiter behandelt, dann aber je nach den Umständen häufig freigelassen, wenn sie nicht schon selbst entsprungen waren. Die Ausschreitungen gegen die Eingeborenen und die Verrohung der Sitten in vielen der spanischen Niederlassungen dürfte zum Teil durch die Anwesenheit zahlreicher Verbrecher verursacht worden sein.
Auch Portugal schaffte schon früh Verbrecher in seinen überseeischen Besitz. Anfangs verwendete es rückfällige Missetäter als Arbeiter in Westafrika, seit Mitte des 16. Jahrhunderts aber auch in Brasilien. Wenn auch einzelne der dortigen Unternehmer sich gegen diese Leute sträubten, die sie „für schlimmer als die Pest“ erklärten, war doch vielen