XI. Geld- und Münzwesen.
Literatur. R. Chalmers, History of currency in the british colonies. London 1896. — E. Petit, Organisation des colonies frangaises. Paris-Nancy 1894.— l.R.Riddell, A monographof thedollar. Neio-Orleans 1845. —I. Barr Robertson, Currency policy of India. Journal of society of arts. London, 27 Mareh 1903.
E. Zay, Histoire monetaire des colonies frangaises. Paris 1892. Resumen de los Informes sobre la question monetaria. Madrid 1862.
I.
Spanien und Portugal haben in ihrem Kolonialbesitz von vornherein die heimische Währung eingeführt. Die spanische Münze waren die Realen, welche schon Pedro der Grausame 1369 und Johann II. 1442 geschlagen hatten. Von 1497 ab wurden sie so geprägt, daß 67 auf 1 Feine Mark gingen. Das Achtrealenstück, das dem deutschen Reichstaler ähnelte, stand ihm in Gewicht und Feingehalt nach, bis es ihm 1670 in letzterer Hinsicht gleichgestellt wurde. Diese Münzen wurden von Karl V. nach der Eroberung von Mexiko und Peru bald in den dortigen Münzstätten geschlagen. Sie trugen als Zeichen einen Pfeiler in Anspielung auf die Säulen des Herkules und das Motto: Plus ultra. Unter dem Namen Pieza de ä ocho oder Dollar (verstümmelt aus Taler 1 )) wurden sie bald die verbreitetste Münze in ganz Amerika. Ihr Kurs war fest, bis im 17. Jahrhundert in den peruanischen Münzen gelegentlich Fälschungen vorkamen. 1728 wurde ihr Feingehalt zum erstenmal herabgesetzt, so daß 68 Realen auf 1 Mark gingen. 1772 erfolgte eine weitere Herabsetzung. Die damals geschlagene Münze hat sich dann sehr lange als mexikanischer Dollar in der Welt behauptet. Die ersten nichtspanischen Dollars Mexikos wurden 1822 geprägt.
Aus dem spanischen Dollar ist 1785 der amerikanische hervorgegangen. Er hat auch als Vorbild für den japanischen Yen, den Hong-
1) Das Wort Taler ist entstanden aus Joachimstaler, die Graf Schlick von 1517 an in Joachimstal (Böhmen) prägte. Sie glichen den vom Reich seit 1472 geschlagenen Giildegroschen.